Oct 12 2007

Wenn Es Mal Kneift …

Published by Berend at 12:26 under Probleme, Inspiration, Deutsch

Wein     “Ich nehme gerne Ihren Schweinebraten mit Knödel und Sauerkraut, und ein kleines Bier dazu.”

     Die freundliche Kellnerin des Restaurants entschwindet, um das Gewünschte zu holen. Ich esse nun mal gerne - und nach 22 Jahren in Süfafrika schmeckt die österreichische Küche noch viel besser als sie ohnehin schon ist.

     Vor einigen Monaten hat allerdings die Hose angefangen, etwas zu kneifen. Alle Hosen komischerweise, und die Gürtel sind auch kürzer geworden.

     Bedingt durch den Umzug und Neuanfang in Europa haben wir in der letzten Zeit sehr viel auswärts gegessen und die regionalen Köstlichkeiten in vollen Zügen genossen. Als wir dann wieder einen eigenen Haushalt mit Küche hatten haben wir einfach aus Gewohnheit so weitergemacht.

     Mehr als zwei Drittel aller Menschen sind übergewichtig und für viele von ihnen ist Normalgewicht ein Wunschtraum, den sie trotz vieler Versuche nie kennengelernt haben. Ich mußte auch immer sehr aufpassen, nicht zuzunehmen, aber Diäten nützten nichts auf Dauer.

     Seit 1997 jedoch hatte ich nie wieder Probleme damit : ich habe mich damals intensiv mit den Prinzipien einer ausgewogenen Ernährung beschäftigt und schließlich einen einfachen Weg gefunden, mein Körpergewicht in Schuß zu bringen - und zu halten.

     Die Belohnung war vielfältig : ich sah besser aus, fühlte mich besser, hatte jede Menge Energie … und ich war nie wieder krank. Ich kann mich wirklich nicht erinnern, wann ich das letzte Mal krank war - nicht mal eine Erkältung. Gesundheit steht bei fast allen ganz oben auf der Wunschliste für ihr Paradies, mit Recht.

     Aber jetzt muß ich etwa 8 Kilogramm abnehmen : ich fiel fast von der nagelneuen Waage, als ich das sah! Das war vor einer Woche, am letzten Freitag früh. Am Abend drücke ich auf einen falschen Knopf am Fernseher und ein TV-Koch macht Trennkost vor - sofort weiß ich, daß das kein Zufall ist.

     Damit hatte ich damals meine Ernährung so erfolgreich umgestellt, mich aber in den letzten 10 Monaten nicht daran gehalten! Einfach vergessen im Angesicht der vielen verlockenden Angebote und vorherrschenden Eßgewohnheiten in der europäischen Kultur. Die Falle hat wieder zugeschnappt bei mir!

     Trennkost? Einfach ausgedrückt heißt das, Protein = Eiweiß (Fleisch, Fisch, Geflügel, Eier) nicht mit Kohlehydraten = Stärke (Kartoffeln, Reis, Nudeln, Knödeln, Brot) zusammen zu essen. Gemüse und Salate darf man mit beiden kombinieren. Milchprodukte (ja, auch Käse und Joghurt) sollte man ganz meiden. Es ist auch wichtig, wann man ißt. Das ist fast alles, was man sich merken muß.

     Warum ist Trennkost so gut? Weil der Körper sich jetzt natürlich von innen reinigen kann. Im Magen werden sonst nämlich zwei gegensätzliche Stoffe produziert und eingesetzt, um Proteine und Kohlehydrate gleichzeitig zu verdauen. Die neutralisieren sich dann gegenseitig, die Verdauung braucht viel Energie und dauert doppelt so lange. Dadurch fängt Nahrung im Körper an zu gären und faulen, statt effektiv verarbeitet zu werden. Die Eizelheiten zu Milchprodukten im menschlichen Körper will ich euch ersparen, weil sie einfach zu widerlich sind.

     Wie kann es sein, daß so viele Menschen diese - der Wissenschaft seit langem wohl bekannten - Tatsachen nicht kennen?

     Sie vergessen es, wollen es nicht wissen, oder nicht anwenden : trotz aller Lippenbekenntnisse zu einem gesunden Lebensstil und halbherzigen Verzehrs von LowFat-Produkten überwiegen die Verlockungen unseres westlichen Überfluß-Angebots : wir wollen alles auf einmal, und zwar jetzt gleich!

     Wir können jedoch nicht alles auf einmal verdauen und das schlägt sich unter anderem im kollektiven Übergewicht nieder. Letztendlich sind es kommerzielle Interessen, denen unsere so lieb gewordenen Eßgewohnheiten sehr recht sind.

     Wer mit seinem Gewicht oder seiner Gesundheit Probleme hat sollte sich unbedingt das Buch ‘Fit fürs Leben / Fit for Life’ von Harvey & Marilyn Diamond besorgen - da wird die Trennkost ausführlich und plausibel erkärt.

     Für mich gehört zum Paradies, so viel zu essen und trinken, wie ich will - und dabei kerngesund zu sein und mich wohl zu fühlen. Nur eben das Wiener Schnitzel ohne Pommes frites, dafür mit Salat oder Gemüse - jeder persönliche Durchbruch fängt damit an, daß man seine Überzeugungen und Gewohnheiten ändert.

     Check nach dem Gesetz der Anziehung gegen die 4 Kriterien zur Verwirklichung meines Wunsches “8 Kilo abnehmen” :

  • Kann ich mir klar vorstellen, wie es ist, 8 Kilo leichter zu sein? Ja - ich war schon mal da.

  • Kann ich es mir leidenschaftlich wünschen? Ja, mein Bauch stört mich wirklich sehr im Moment.

  • Kann ich aufrichtig glauben, daß ich es schaffe? Ja, ich kenne eine Methode, die ich schon einmal erfolgreich angewendet habe.

  • Kann ich begeistert handeln, um meinen Wunsch zu verwirklichen? Ja, ich weiß, wie gut es mir geht, wenn ich weniger wiege.

     Ganz leicht also diesmal. Die ersten 2 von den 8 Kilo sind auch schon runter, nach 1 Woche - vielleicht waren meine Hosen doch nicht eingelaufen. 

6 Responses to “Wenn Es Mal Kneift …”

  1. Astridon 12 Oct 2007 at 20:40

    Moin Berend,
    sich gesund zu ernähren ist in jedem Fall eine gute Sache auch für die schlanken wie mich. Nur sind die ungesunden Sachen oft soooo lecker.
    Mir sind da zwei Sachen aufgefallen. Ich sage immer: Ich kann essen was ich will und ich bleibe schlank.
    Dein Satz: Ich mußte immer sehr aufpassen, um nicht zuzunehmen. fällt es dir gerade selbst auf? Deine Gedanken befassen sich mit dem zunehmen und genau das bekommst du geliefert.
    Zum anderen ist beim Anwenden des Gesetzes der Anziehung noch etwas wichtig. Dem ist im Buch sogar ein Kapitel gewidmet. Nicht die Nahrungsaufnahme ist für unser Gewicht verantwortlich, sondern Gedanken. Du mußt dich schlank fühlen. Perfekte Gedanken erzeugen ein perfektes Gewicht.

    Liebe Grüße Astrid

  2. Berendon 13 Oct 2007 at 0:00

    Du hast vollkommen recht mit allem, was du sagst, Astrid.

    Die meiste Zeit meines Lebens hatte ich Angst zuzunehmen und deshalb mußte ich immer aufpassen - was das Problem nur vergrößerte. Bis ich es 1997/98 endgültig löste und kein Problem mehr hatte - seitdem nie mehr daran dachte aufzupassen, weil ich mich jetzt gewohnheitsmäßig so verhielt, daß für mich dieses Thema erledigt war …

    … bis ich jetzt vergaß, mich richtig zu verhalten, weil neue Umstände aufgetreten waren, die auch viele andere neue Verhaltensweisen nötig machten.

    Ich sehe diese Episode auch nur als einen kurzen Rückfall oder Test, der mein Verhalten durch eine notwendige Korrektur zur endgültigen Bestätigung führen soll.

    Für mich ist es jetzt wirklich ganz leicht, 8 Kilo zu verlieren … aber es zeigt, wie tief alte Gewohnheiten doch sitzen und wie lange Reste davon doch noch wieder hochkommen.

    Und es zeigt auch, daß man ohne irgendwelche bewußten Gedanken unbewußt in alte und neue Verhaltensmuster geraten kann, um sie ins Bewußtsein treten zu lassen, weil sie eben nur bewußt durch eine aktive Entscheidung korrigiert werden können.

    Berend

  3. Berendon 02 Nov 2007 at 10:42

    Update :

    Jetzt sind 3 Kilo runter.

    Komisch - die ersten 2 Kilo haben nur 1 Woche gedauert, das nächste 3 Wochen. Aber schließlich haben die 8 Kilo ja auch 10 Monate gebraucht, um drauf zu kommen.

    Wir haben aber auch ein paar mal gesündigt : erstens ist Martini und damit Gänse-Zeit … die mögen wir doch so gerne, und wie kann man den Knödel zu Gans mit Rotkohl weglassen ??? Fällt mir schwer.

    Und auf eine schöne Pizza in unserer Trattoria Trastevere möchte ich auch nicht verzichten hin & wieder … sowas von lecker!

    Na, ich sehe das auch alles nicht vebissen und habe es nicht eilig - ich weiß genau, daß ich stetig abnehmen werde, bis die 8 Kilo runter sind, dann sehe ich weiter.

    Berend

  4. Elkeon 06 Nov 2007 at 15:17

    Hallo Berend,

    je langsamer sie schwinden, desto effektiver gib den Pfündchen ruhig die Zeit und bedenke, daß Deine Gans mit Knödel einen noch höheren Stellenwert als Genußfaktor bekommen hat.
    Der Knödel zusammen mit der Gans ist also “aufgestiegen” - ist doch auch was. Viel Spass beim Genießen.
    Elke

  5. Marionon 10 Nov 2007 at 12:00

    hallo Berend

    ich habe mich jetzt wirklich zu fragen begonnen, warum ich nicht schon ne tonne wiege??

    ich habe um die 58 kg bei 168 cm … aber trennkost war noch nie in meinem leben meine ernährungsgewohnheit!!

    ich kann da jedenfalls nur der Astrid zustimmen! nur mit dem unterschied, dass ich über das zunehmen gar nicht erst nachdenke ;) ich esse was lecker ist und was nicht im magen schwer liegen bleibt oder ein ungutes gefühl hinterlässt - zumindest ess ichs dann kein 2. mal… aber so ein gansl mit rotkraut und knödel wirds heuer sicher auch noch für mich geben!

    also alles liebe und gute für deine bauch-reduktions-pläne

    lg Marion

  6. Berendon 01 Dec 2007 at 20:06

    Update :

    Jetzt bin ich 4 Kilo leichter - die Hälfte ist geschafft.

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