Dec 14 2007

Warum Passieren Guten Menschen Schlimme Dinge?

Mahatma Gandhi     Das wohl die Frage, die in philosophischen Diskussionen immer noch am häufigsten und heftigsten debattiert wird … ohne Konsens, soweit ich weiß.

     Warum passieren guten, wohlmeinenden und anständigen Menschen immer wieder katastrophale Dinge im Leben?

     Wie kommt es, daß unschuldige Kinder auf grausame Weise sterben müssen? Daß hunderte von unbeteiligten Zuschauern oder Passanten von Bomben zerrissen werden?

     Wie darf es angehen, daß tausende von fleißigen Angestellten innerhalb von Minuten ohne ihr eigenes Zutun unter einem Bürohochhaus begraben werden?  Oder zig-tausende Küstenbewohner auf der halben Welt von einer Flutwelle überrascht im Meer ertrinken?

Gandhi und Mandela

     Bei einigen, für ihre Verdienste berühmten Einzelpersonen läßt sich das vielleicht noch erklären : Mahatma Gandhi wurde erschossen und Nelson Mandela für Jahrzehnte eingesperrt, weil sie mit ihren Ideen der Zeit voraus waren und der herrschenden Autorität ein Dorn im Auge.

     Aber die meisten Tragödien spielen sich nicht im Licht der Öffentlichkeit oder auf der großen Weltbühne ab, sondern höchstens in den Statistiken der Bürokratie eine Rolle … und bei den direkt betroffenen Mitmenschen natürlich.

     Wenn dutzende von Menschen bei einem Flugzeugabsturz sterben, ohne daß sie dazu beigetragen hätten - womit haben sie das verdient? Warum müssen Menschen einen so hohen Preis zahlen aus nicht ersichtlichen Gründen?

Ist die Welt von Natur aus grausam?

     Wer meine Veröffentlichungen regelmäßig liest weiß, daß ich genau das Gegenteil glaube … nur daß in einer wohlmeinenden Welt diese Geschehnisse noch weniger Sinn machen. Da in unserem Kosmos (griechisch = Ordnung) aber kein Chaos (griechisch = Unordnung, Verwirrung) herrscht, kann nichts ohne Sinn geschehen.

     In einer Welt, in der außerdem das universelle Gesetz der Anziehung gilt … haben sich all diese Leute solche Katastrophen gewünscht? Gewiß nicht - wahrscheinlich haben die meisten von ihnen nicht einmal in ihren schlimmsten Albträumen je befürchtet, daß ihnen so etwas zustoßen könnte.

So viele Fragen …

     Und doch läßt für mich der Versuch einer Antwort unter diesen Voraussetzungen nur einen Schluß zu : solche Katastrophen machen Sinn, sind wohlmeinend und erwünscht.

     Aber wie soll man das verstehen? Auf der uns bewußten Ebene ist das kaum nachzuvollziehen und ich muß daher annehmen, daß hier Prozesse ablaufen, die uns im täglichen Leben nicht bewußt sind - aber nicht unbekannt.

     Schon in meinem Artikel “Wo ‘The Secret’ In Die Irre Führt” und auf der Seite “Seelenalter” deute ich an, daß wir m.E. auf einer höheren Warte irgendwann einmal bewußt selbst entschieden haben, einen Zyklus von physischen Leben mit gewissen Lernzielen zu durchlaufen - Erfahrungen zu machen, die teilweise auch großes Leid beinhalten.

     Wenn du übrigens mal sehen willst, wie genau so eine Entscheidungs-Findung abläuft ist hier ein kleiner Artikel von Erin Pavlina (auf Englisch, aber einfach) dazu : ‘Once Again’.

Wer sonst sollte uns so etwas Schlimmes antun wollen?

     Ich kann mir keine Instanz vorstellen, die so etwas für uns entscheiden wollte - es gibt niemanden außerhalb von uns selbst, der unser Verhalten als gut oder schlecht bewertet und dementsprechend Strafmaßnahmen einleitet oder Belohnungen verteilt.

     Ich denke, wir werden nicht für unsere ‘Sünden’ bestraft, sondern tun das selbst durch unsere ‘Sünden’ … und die einzige ‘Sünde’, die ich kenne, ist Unkenntnis. ‘Erkenne dich selbst’ ist die einzige Forderung an uns, der wir durch Wachstum gerecht werden müssen.

Macht das Sinn für dich?

     Führen schlimme Erfahrungen durch Wachstum zu mehr Selbsterkenntnis? Sind Katastrophen vielleicht nur aus unserer jetzigen Perspektive ’schlimm’, aus einer höheren Warte aber erwünscht und hilfreich in einem größeren Zusammenhang?

     Es ist nicht leicht, dieses Thema mit Worten zu erfassen und ich wäre wirklich dankbar für deinen Kommentar, der vielleicht etwas mehr Licht in dieses Dunkel bringt.

     Warum passieren guten Menschen schlimme Dinge?

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18 Responses to “Warum Passieren Guten Menschen Schlimme Dinge?”

  1. Ulrikeon 15 Dec 2007 at 0:12

    Hallo Berend,

    wow … was für Fragen!!! :-)

    So ganz spontan und aus dem Gefühl heraus sag ich dazu mal: weil sie tief (oft unbewusst) in sich das Muster verankert haben, dass sie - wenn sie ihrem Gefühl folgen und aus Liebe handeln - dafür “bestraft” werden … dass das “negative Konsequenzen” hat. (ich schreibe das auch aus der eigenen Erfahrung heraus … DAS Muster kenne ich sehr gut :-( )

    Ich glaube, dass NICHTS und NIEMAND ANDERES da “seine Hände im Spiel hat” …

    Schön, wenn man es erkennen und in “ich folge meinem Gefühl, handel aus Liebe und werde BELOHNT” :-) :-) :-)

    Glückliche Grüße, Ulli

  2. Menachemon 15 Dec 2007 at 0:31

    Lieber Berend, deine Fragen regen sehr zum Nachdenken an und jeder sollte schauen, wo er steht. Auch ich möchte meinen Standpunkt ordnen, was den Rahmen eines Kommentars sprengen würde.
    Soviel jedenfalls. Ich bezeichne mich als Agnostiker, was für mich bedeutet, nicht festgelegt zu sein und dadurch für alles offen sein möchte. Ich kann keine der vielen Richtungen als die endgültig Wahre oder Richtige für mich annehmen. Ich empfinde in Ihnen aber alle eine Teilgültigkeit - nur ich kenne den Inhalt der “Schnittmenge”, um aus der Mengenlehre zu sprechen, nicht.
    Schon Einstein ist daran gescheitert, die “Weltformel” zu finden - es war sein verbissener Traum. Wir stehen somit in einer guten Reihe.
    Wüssten wir alles, was sollten wir uns noch fragen? Was würde uns alles entgehen, auf dem Weg zu unseren Antworten und, das würde mir besonders feheln: Bringen uns nicht gerade unsere Fragen menschlich näher?

  3. gabarethaon 15 Dec 2007 at 0:57

    Lieber Berend,
    eine gute und gleichzeitig schwierige Frage, die ich mir selbst schon sehr oft gestellt habe.
    Leider kann auch ich ebenso wenig “Licht in dieses Dunkel” bringen, denn ich habe keine “fertigen” Antworten auf Deine Fragen.
    Aber ebenso wie Du weiß ich, dass es nichts gibt, das ausschließlich gut oder ausschließlich böse ist.
    Alle Dinge haben mehrere Seiten und wie sie erfasst und aufgenommen werden, ist ausschließlich eine Frage des Blickwinkels und der Betrachtung.
    Bei Schicksalsschlägen oder Unglücken geht mir der “richtige Blickwinkel” meist völlig ab.
    Ganz anders funktioniert der Blickwinkel, was das “Gute” betrifft. Obwohl sich viele Menschen vorstellen können, morgen einen Unfall zu haben oder krank zu werden, fällt es ihnen ungleich schwerer, sich einen Glücksfall wie beispielsweise einen großen Gewinn oder gute Gesundheit vorzustellen.
    Und wenn der Glücksfall dennoch eintritt, fragt eigentlich niemand weiter nach dem “warum”, sondern freut sich über die Tatsache.

    Vielleicht sollten wir es auch mit den (aus unserer Sichtweise) negativen Ereignissen genau so halten. Vielleicht ist es nicht der richtige Zeitpunkt oder aber einfach nicht unsere Aufgabe das “warum” zu erleuchten.

    Müssen wir deswegen untätig die Hände in den Schoss legen?
    Für mich persönlich wähle ich einen anderen Weg:
    Ich lenke meinen Blickwinkel ganz bewusst auf Vertrauen und Liebe und lerne meine Gedanken und Handlungen (nach bestem Wissen und Gewissen) zum Wohle Aller zu gestalten.

    In der äußeren, physischen Welt nehme ich viele Missstände wahr (Armut, Krankheit, Neid, Hass etc.), die ich alleine nicht verändern kann. Jede physische Hilfsleistung, Spende oder gute Tat, die ich alleine “vollbringe” lindert möglicherweise ein Stück weit, ist aber letztlich nur ein Tropfen auf dem heißen Stein im Angesicht der Nöte der Welt.
    Nur durch viele Menschen, die sich beteiligen könnten sichtbare Verbesserungen erreicht werden. Wie die Geschichte zeigt, war es bisher nicht möglich langfristig Frieden, Verständnis und Mitgefühl über einen langen Zeitraum zu erhalten. Zumindest in der physischen Welt.
    Und hier schließt sich der Kreis wieder:
    Wenn es uns aber gelingt, uns in unserer Mitte - in der inneren, subjektiven Dimension - uns zu verbinden, um unsere Gedanken auf das Positive und Wünschenswerte zu lenken, können wir das Gute anziehen. Je mehr Menschen mitmachen, umso stärker wird die Kraft.
    Mein Mühen und Bestreben ist aus diesem Grund nicht das “warum” zu ergründen, sondern viele Menschen mit der inneren Kraft und Stärke (dem göttlichen Funken) vertraut zu machen, die in jedem von uns wohnt.
    Der Energie folgt bekanntlich immer der Aufmerksamkeit.

    In Vertrauen und Liebe,
    besser und besser,
    Gaba

    Bitte verzeih die vielen Worte, aber anders war es mir nicht möglich meine Gedanken zu erklären.

  4. zentaoon 15 Dec 2007 at 20:32

    Guten Tag Berend
    Buddha erzählt folgendes Beispiel:
    Wenn jemand tief in einem Wald, jemanden todschlägt und keine Zeugen dabei sind, wird trotzdem in seinem Geist eine Spur zurück bleiben. Dies ist wie ein Samen. Der Mörder weiss was er getan hat und er hat sein Leben lang Angst dass er entdeckt werde. Es besteht nun die möglichkeit dass er eines Tages stirbt und er sein Geheimniss mit ins Grab nimmt. Wenn seine Wesenheit oder sein Geist wieder einen neuen Mutterschoss sucht, einen neuen Körper bildet, wird eines Tages der Samen, den er im letzten Leben in seinem Geist eingeprägt hat, sich irgend wann manifestieren. Das heisst, das er möglicherwise auch irgend wann ermordet wird. Unser Geist oder Wesenheit, muss immer das erfahren, was er oder sie in den letzten Leben noch nicht verarbeitet hat. Wir kommen zurück, weil wir noch eine oder einige Aufgaben haben. Es ist unwichtig ob Kleinkind, oder jemand der mitten im Leben steht oder eine ganze Gruppe,. Wenn zum Beispiel, ein Schiff untergeht Sterben all jene, die die gleichen Bedingungen aus einem früheren Leben mit bringen. Der Samen manifestiert sich, wenn die Bedingungen so sind, wie zur Zeit der Tat. Es ist egal wann das ist, es kann sich auch manifestieren, nach mehreren Leben.
    Zu den Sünden die Du ansprichst, im Buddhismus gibt es auch keine Sünden in dem Sinne, es gibt nur unerledigtes. Es gibt auch kein richtig oder falsch. Nur unsere eigene Verurteilung und Ängste, geben eine Spur in unserem Geist und folglich wieder Karma. Gute Taten gibt gutes Karma, schlechte Taten geben schlechtes Karma.
    Dies ist aus Buddhistischer Sicht.
    In meinem Beitrag”Wir sind was wir Denken Teil 3″ schreibe ich auch über Karma.
    Ich hoffe Deine Fragen einigermasen beantwortet zuhaben.
    mit freundlichen Gruss
    zentao

  5. Ulf Rungeon 18 Dec 2007 at 1:05

    Lieber Berend,
    man ist doch gut um des Guten an sich. Nicht weil man Gegenleistung oder Dankbarkeit erwartet. Egal von anderen oder vom “Schicksal”.
    Würden wir anders leben, wenn wir wüssten, dass sich morgen was ändert? Leben wir nicht heute schon so, ganz in dem Bewusstsein, dass wir dankbar sein dürfen über jeden Tag, an dem wir unversehrt weiter in eine Richtung gehen dürfen, die wir für uns gewählt haben?
    Liebe Grüße, Ulf

  6. liebesblüteon 20 Dec 2007 at 2:46

    Hallo Berend,

    kennst Du das Buch von Colin Tipping: “ich vergebe oder der Abschied von Operdasein”? Dort sind Sichtweise beschrieben, die meine Einstellung in meinem Leben verändert haben.
    Wie wäre es, wenn jeder von uns auf diese Erde kommt, um als spirituelle Wesen eine menschliche Erfahrung zu machen? Diese Aufgabe suchen wir uns als Seele aus und bitten andere Seele darum, uns dabei zu unterstützen, damit es auf der Erde in unserem Leben tatsächlich passiert. Also brauche ich jemanden der mich verletzt, damit ich wachsen kann und mich erkennen kann; also brauche ich jemanden, der mir meinen Sohn durch einen Unfall wegnimmt, damit ich erfahre, wie es ist, vor meinem Sohn zu sterben; also brauchen wir einen Tsunami, um vielleicht zu erfahren, wie viel Liebe und Zusammenhalt sich in der Not zeigen kann…usw..
    Ich glaube nicht, daß es nur “guten” Menschen etwas “schlimmes” passiert (wenn es überhaupt als etwas schlimmes angesehen werden darf: es ist nur aus einer Blickrichtung schlimm) sondern es passiert allen so etwas, die sich das - als Erfahrung - vorher ausgesucht haben. Das ist natürlich nur eine Sichtweise. Sie ist nicht bewiesen, soweit ich weiß, aber ich finde sie deswegen gut, weil sie mich sofort aus der Opferrolle herausholt und mir hilft mehr Bereitschaft für die Hingabe in dem Leben zu haben. Alles was geschieht, hat einen tiefen Sinn, nur wir können als Mensch nicht unbedingt das göttliche Bild erkennen, woraus zu ersehen ist, daß jedes Ereignis genau an dem richtigen “Platz” ist. Wenn wir unsere spirituelle Intelligenz um Hilfe bitten, bekommen wir oft Unterstützung, um das Bild etwas erahnen zu können. Aber oft habe ich gemerkt, daß ich nach vielen Jahren den Sinn erkennen kann, warum mir dies oder das passiert ist. Ich kann meistens erkennen, daß ich dadurch innerlich gewachsen bin oder mitfühlender geworden bin. Colin Tipping geht weiter und nennt es deswegen “radikale Vergebung” und meint: ALLES geschieht FÜR uns, NICHTS GEGEN uns. Wenn wir ein bißchen dafür bereit sind, daran zu glauben, transformiert sich die Wut, die Trauer oder die Enttäuschung viel schneller als in der herkömmlichen Vergebung.

  7. Berendon 21 Dec 2007 at 11:09

    Vielen Dank für eure durchdachten Kommentare bis hierher - es ist so schön, in diesen vielen Einsichten bestätigt zu sehen, daß ich mit meinen Ansichten nicht alleine dastehe.

    Besonders Liebesblüte möchte ich für ihre detaillierte Darstellung danken, die mir 100%ig aus dem Herzen spricht … so war mein fragender Artikel natürlich gedacht : als Herausforderung, die volle Verantwortung für absolut alles zu übernehmen, was uns im Leben passiert.

  8. Gabrieleon 07 Jan 2008 at 13:14

    Das klingt alles wunderschön, manchmal “funktioniert” es auch. Doch ich weiß aus Erfahrung, dass es eben nicht immer so einfach ist. Es gibt Menschen, inklusive mir selbst, die sind manchmal von einer guten Sache unbedingt überzeugt, glauben fest daran, sind überzeugt, vertrauen darauf, ja, “wissen” sogar innerlich, dass etwas geschehen wird - nach dem Prinzip der Kosmischen Bestellung - und trotzdem geschieht es nicht. Jahrelang nicht. Sie hoffen, glauben, sind überzeugt - bis sie eines Tages ihre Positivität verlieren, weil einfach nichts geschieht und alles bleibt, wie es ist. Trotz allertiefster innerer Überzeugung und einem Schon-vor-sich-Sehen.

    Bitte - wie erklärst du das?

    Manchmal habe ich bei diesen Dingen das Gefühl, dass “man” einfach nur irgendwo eine Erklärung sucht und auch irgendwie findet. Sei es im religiösen oder sonstigen Glauben, im Spirituellen oder Esoterischen. Hauptsache, die Seele bekommt irgendwie Frieden mit der Situation. Ob sie nun dabei einen Buhmann außerhalb sich selbst findet oder die Verantwortung in sich akzeptiert. Alles wunderbar - aber passieren tut trotzdem: nichts.

    Ist nicht bös gemeint, aber - - hierfür gibt es gewiss auch wieder eine total stimmig klingende Erklärung… Oft ist diese hoffnungsvolle Positivität in der Realität so ernüchternd. Und die, die es nicht “schaffen”, so zu denken und damit die negativen Dinge in Positives zu verwandeln, die fühlen sich auch noch schlecht, eben weil sie es anscheinend “nicht raffen”, was andere beherrschen.

    Ist dieses neue positive Denken letztlich nicht auch nur eine neue Form von Glaubensgemeinschaft, in der sich gegenwärtig immer mehr Menschen finden? In jeder Gesellschaft und in jeder Epoche hat es bestimmte Glaubensrichtungen gegeben, denen sich andere angeschlossen haben.

    LG
    Gabriele

  9. Berendon 08 Jan 2008 at 23:46

    ‘NUR eine neue Form von Glaubensgemeinschaft’ - ich fürchte, unser Hauptproblem ist, daß wir immer Erklärungen und Beweise verlangen, bevor wir etwas glauben … und was wir glauben, ist ja wahr für uns.

    ‘I’ll believe it when I see it’ - das ist unser skeptischer Alltag. Wayne Dyer schlägt vor, vom Gegenteil auszugehen, Gabriele : ‘You’ll see it when you believe it.’

  10. Gabrieleon 09 Jan 2008 at 13:44

    Lieber Berend,

    aber genau DAS schrieb ich doch in meinem Beitrag, lieber Berend: (zitat) “….glauben fest daran, sind überzeugt, vertrauen darauf, ja, “wissen” sogar innerlich, dass etwas geschehen wird - nach dem Prinzip der Kosmischen Bestellung - und trotzdem geschieht es nicht. Jahrelang nicht. Sie hoffen, glauben, sind überzeugt - bis sie eines Tages ihre Positivität verlieren, weil einfach nichts geschieht und alles bleibt, wie es ist. Trotz allertiefster innerer Überzeugung und einem Schon-vor-sich-Sehen….” (zitat ende)

    Er/sie/es BELIEVES also ganz fest und ist überhaupt nicht skeptisch, nein! Handelt sogar nach diesem inneren klaren Bild, das für ihn innerlich wahr ist - jahrelang, voller Vertrauen - und trotzdem zeigt sich das gewünschte Ergebnis nicht, nicht, nicht.

    Da kann man schon mal ein wenig zweifeln an eben diesen einfachen Worten von z.B. Wayne Dyer und vielen anderen, die gegenwärtig Ähnliches schreiben…, findest du nicht?

    Das ist mir irgendwie zu einfach, verstehst du. Weil es so einfach nämlich nicht (immer) funktioniert.

    Schau doch: Du hast meinen Beitrag noch nicht einmal genau gelesen, sondern so standardmäßig geantwortet, wie es gegenwärtig bei den o.g. Autoren usus und in vielen Büchern nachzulesen ist. Deine Antwort fühlt sich an wie eine automatisch generierte Mail und enttäuscht entsprechend, sage ich ehrlich.

    Aber auch hierfür wird sich wohl wieder eine einfache Erklärung finden….

    LG
    Gabriele

  11. Berendon 09 Jan 2008 at 16:16

    Gabriele,

    Ich habe deine Kommentare sehr wohl sorgfältig gelesen, weil sie durchdacht sind und obendrein ein weit verbreitetes Problem ansprechen : die Frustration, wenn etwas trotz intensiven und ehrlichen Bemühungen für lange Zeit nicht klappt.

    Aber du hast meine Antwort nicht verstanden, vielleicht weil ich gerne knapp und prägnant formuliere - hier ist die ausführliche Version :

    Du glaubst, daß du “glaubst, fest überzeugt bist, vertraust, weißt” - das ist deine Wahrheit … aber sie stimmt nicht, deshalb geschieht nicht, was du willst. In jeder deiner Zeilen kommt das zum Vorschein. Das ist kein Vorwurf (wie könnte es das sein), nur eine Feststellung meines Eindrucks … ich will mich nicht mit dir streiten, ich will helfen, wo ich kann.

    Du sagst auch immer wieder, daß “es nicht immer so einfach ist” - sehr richtig, es ist nicht leicht und das habe ich auch noch nie behauptet, weil ich die Arbeit an uns selbst nämlich auch für schwierig und langwierig halte. Aber DU scheinst der Meinung zu sein, daß es einfach(er) = leicht(er) sein sollte … daß da vielleicht irgend etwas ist, was du nicht “raffst” : da ist nichts, was du intellektuell noch verstehen müsstest!

    Und am deutlichsten jedes Mal eine Bemerkung von dir wie

    “… aber auch hierfür wird sich wohl wieder eine einfache Erklärung finden…”

    die mir klar mitteilt, daß du irgendwelche Erklärungen, die nicht deinen jetzigen Überzeugungen entsprechen, nicht akzeptieren wirst … auch diese nicht.

    Laß doch mal los, Gabriele - du machst dir dies alles viel zu schwer! In letzter Instanz ist all dies doch ganz einfach, im wahrsten Sinne des Wortes : nicht leicht, aber einfach.

  12. Gabrieleon 09 Jan 2008 at 18:20

    Berend,

    ich habe deine Antwort verstanden, was aus meiner hervorgegangen sein müsste, denn ich handle eben nach dieser Aussage ‘You’ll see it when you believe it.’

    Du meinst, es geschieht, wenn ich nur “richtig” überzeugt bin? - was ich deiner Meinung nach nicht bin.

    Natürlich ist das, was ich äußere, meine Wahrheit, das hoffe ich doch schwer. Was du sagst, ist deine, hoffe ich für dich.

    Du behauptest wörtlich, meine Wahrheit stimme nicht… das ist eine harte Feststellung, wo du mich gar nicht kennst. Sie ist wohl deine Wahrheit. Ich setze alles dagegen und sage, sie stimmt. Denn es ist meine, und es gibt nicht nur eine große allgemeine Wahrheit. Auch das versuchte ich bereits mitzuteilen.

    Du glaubst, aus meinen Worten deutlich zu erkennen, was ich so alles meine oder akzeptiere, und behauptest sogar, dass ich nicht loslassen würde. Das ist wieder deine Wahrheit.

    Ich sagte bereits: Ich projiziere einen Gedanken, bin von ihm absolut überzeugt - und lasse ihn danach wieder so vollständig wie möglich los –> damit er sich manifestieren kann. Oft funktioniert es (daher weiß ich, was ich tun oder nicht tun muss, damit es funktioniert) - aber manchmal eben nicht. Diese “Methode” ist kein Allheilmittel und keine grundsätzliche Wunscherfüllungsmaschine.

    Ein Rätsel für dich: Was denkst du, was ich Folgendes tue: Mann, Haus, Job, Familie, Freunde, Ort, Land hinter mir lassen und komplett neu starten? Ist das vielleicht ein klitzekleines bisschen Loslassen oder Festhalten?! *augenroll* Ich habe all das getan. Ich traure auch nichts hinterher. Behaupte doch bitte nicht, ich würde festhalten, das ist geradezu lächerlich.

    Ich sagte nicht, dass alles leicht gehen muss, ich bin doch kein unwissendes Kind. Allerdings ist sehr wohl meine Überzeugung: Alles “Wahre” ist einfach.

    Na, belassen wir es dabei, diese Diskussion bringt nicht weiter.

    Alles Wahre “einfach” auch dir,
    Gabriele

  13. Simoneon 03 Feb 2008 at 20:35

    Hallo Gabriele,

    Du sprichst mir aus der Seele.. Und irgendwie bekomme ich da auch Angst.. das “hintermirlassen” würde mir noch bevorstehen.. wenn ich wüsste was ich tun soll oder ob ichs tun soll.. Hoffe Du liest die zeilen noch..

    Also.. ich habe nur für mich rausgefunden..Meine Bestellungen funktionieren nicht so.. wegen meines schlechten Selbstvertrauens (das zu erlangen halte ich auch für furchtbar schwer! leider)
    Naja.. habe vor ca. zwei Jahren an meiner “Selbstliebe” (oder wie ich es nennen kann?!) gearbeitet und festgestellt.. wenn ich mir täglich antrainiere das ich mich liebe.. und es auch glaube.. klappt es auf einmal und plötzlich!! das Leben.. bin auch ein bissel christlicher geworden.. ;o) hm.. nur wenn ich anfange zu schwächeln.. klappts gleich wieder nicht so.. hm Dinge gehen kaputt usw.. Bin ich stark (innerlich) flutscht das Leben.. bin ich schwach bekomme ich grippe, Migräne usw..

    DAS ist doch der WAHNSINN oder?? ..

    Es ist wirklich schwer.. denn ich kann mich (sorry bin noch nicht gefestigt) mich nicht immer mit Gewalt positiv halten.. hach.. mir fehlt es total an Vertrauen.. zu mir und zum Leben.. aber.. es kommt nicht einfach daher.. es muss wohl (?!) hart erkämpft werden ( OH SORRY ich weiss ein schwerer Glaubenssatz)

    Gruß
    Simone

  14. […] who read German, I have written an article on this very topic on my KOMPASS Blog on 14 Dec 2007 : ‘Warum passieren Guten Menschen Schlimme Dinge?’ __________________ BLUE CRANE - Fly with us. KOMPASS Blog - Wie finde ich mein […]

  15. Josef Bordaton 10 Apr 2008 at 11:15

    Lieber Herr Lange,
    ein Deutungsversuch aus christlicher Sicht:
    http://jobo72.wordpress.com/2008/03/19/im-zeichen-des-kreuzes-zum-verhaltnis-von-leid-und-heil/

    Herzlich,
    Ihr Josef Bordat

  16. Caroon 14 Feb 2009 at 19:30

    Lieber Berend,

    möglicherweise wiederhole ich einen Kommentarinhalt - ich habe nicht alle gelesen.
    Mir kam beim Lesen die Frage nach der Perspektive in den Sinn: Leben wir Westler nicht in einer Wohlfühl-Gesellschaft? Leid darf nicht geschehen. Dabei ist es Bestandteil des Lebens, den wir nur zu gerne Negieren würden - und dabei durch unser Fragen versuchen, einen vermeintlich Schuldigen zu finden, den es nicht gibt. Auch nicht in uns.

    Liebe Grüsse,
    Caro

  17. Berendon 15 Feb 2009 at 9:57

    Nur allzu wahr, Caro - die ewige Suche nach Schuld und Schuldigen in unserer ‘Zivilisation’ (auch in uns selbst, aber am liebsten bei anderen) und die damit verbundene Prozess-Wütigkeit vor Gericht fällt auch mir schon lange auf.

    Leid und Unwohlsein ist ja tatsächlich ein normaler und notwendiger Bestandteil unseres Lebens : Probleme sind in Wahrheit doch Herausforderungen und wundervolle Gelegenheiten, etwas zu lernen … dafür sind wir hergekommen, nicht um ein gemütliches und sicheres Leben von der Wiege bis zur Bahre abzuhaken.

  18. […] hier um ganz elementare Fragen des menschlichen Lebens geht, so wie ich sie auch in meinem Artikel Warum passieren guten Menschen schlimme Dinge? aufgegriffen […]

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