Nov 25 2008

Krise? Was für eine Krise?

Published by Berend at 0:30 under Probleme, Perspektive, Geld, Deutsch

Domino     Ich habe lange überlegt, ob ich hier etwas über die Finanzkrise schreiben sollte, die jetzt der ganzen Welt zu schaffen macht. Ich wollte einfach nicht noch mehr zu dem Blödsinn in den Medien beitragen, mit dem wir uns alle inzwischen selbst in die Pfanne hauen.

     Also nur ganz kurz, denn diese Krisen-Manie ist natürlich ein Paradebeispiel für das Gesetz der Anziehung in Aktion. Was wir jetzt haben ist keine Finanz-Krise, sondern eine kollektive Mental-Krise :

Wir sind was wir glauben und wir kriegen, was wir sind.

     Niemand bestreitet ja, dass unser kapitalistisches Finanz-System durch Gier und Verantwortungslosigkeit ausgeufert ist, allen voran wieder mal die US-Amerikaner mit ihren Immobilien, für die sie sich in Erwartung ewig goldener Zeiten grundlos in zu hohe Schulden gestürzt haben, heftig ermutigt durch gleichgesinnte Banken.

     Aber wie die Medien sich dann mental und verbal gierig in diesen Sumpf der Angst gestürzt haben, das ist schon erschreckend - und wir haben uns anstecken lassen, so dass die Angst zur Epidemie wurde, der Schnupfen zur Bronchitis; wie die Dominos fallen die Verbraucher und Firmen um, ein Wirtschaftszweig nach dem anderen.

     Jetzt haben wir sogar eine weltweite Wirtschafts-Krise und Rezession an der Backe, aus der wir nicht herauskommen werden, bevor wir nicht wieder optimistischer werden und kollektiv der Meinung sind, dass es Zeit für bessere Zeiten ist.

     Das ist es nämlich : eine Massenhysterie, die aus einem hässlichen Moskito einen Elefanten gemacht hat, der jetzt den ganzen Porzellanladen zerstört. Dabei werden doch auch immer wieder Umfragen gemacht, wo die meisten Leute ganz freimütig erklären, dass sie selbst die Krise (noch) nicht spüren, aber vorsichtshalber den Gürtel erstmal enger schnallen.

     Manchmal habe ich den Eindruck, als wünschten sie sich schlechte Zeiten, um eine masochistische Ausrede zu haben, dass es ihnen nicht so gut geht wie sie möchten.

     Natürlich darf man nicht über seine Verhältnisse leben; natürlich müssen wir unser Weltfinanz-System sanieren - aber muss man sich so in eine Erkältung reinsteigern? OK, die Wirtschaft wird jetzt mal für eine Weile nicht mehr mit 3 oder 5% wachsen, sondern nur noch mit weniger als 1% - oder sogar etwas schrumpfen, oh Horror - aber nach Jahren der strotzenden Gesundheit ist eine Erkältung doch kein Beinbruch!

     Trotzdem lassen wir uns alle anstecken und niesen kräftig mit. Fast alle jedenfalls - ich kenne auch Leute, die so eine Situation als Riesenchance auf neuen Märkten sehen, wo andere aufgeben; sie lernen und stellen sich um.

     Wir sind, was wir denken und glauben - und wir kriegen, was wir sind … auch kollektiv.

     Wir dürfen den Kopf nicht in den Sand stecken, aber lassen wir uns doch nicht ins Bockshorn jagen von Leuten, die an der Panik verdienen!

Wenn dir dieser Beitrag gefallen hat kannst du hier mit einem Klick auch andere darauf aufmerksam machen; abonniere meinen KOMPASS kostenlos hier.

6 Responses to “Krise? Was für eine Krise?”

  1. Hasanon 25 Nov 2008 at 1:26

    oh je die finanzkrise, dazu sag ich nichts mehr, aber erstaunlicherweise krieg ich nicht mehr viel mit in letzter zeit, mag vllt. auch daran liegen dass ichs ausblende, naja. lg

  2. Theo Eksarhoson 25 Nov 2008 at 6:16

    G E N A U so ist es ! Ich bin Deiner Meinung.

    mfg theo

  3. Philipp Knollon 25 Nov 2008 at 10:50

    Diese ganze Krise hat doch so seine guten Seiten.
    Natürlich ist mir bewusst, dass genau wie Berend es beschreibt, große Firmen oder Global-Player, durch den kollektiven Verfall in Angst und Schrecken, Probleme bekommen.

    Probleme gibt es dabei aber vor allem bei den kleinen - den Angestellten und Arbeitern die vielleicht noch vor Weihnachten ihre Kündigung bekommen. Daher möchte ich die Auswirkungen nicht herunterspielen.

    Aber in allem ist auch wieder eine Chance zu sehen. Vor allem für kleine Betriebe und Einzelunternehmer die sich mit Ihrem Konzept von der Masse abheben. Sie bekommen jetzt eine Chance da sie in vielen Fällen mit der strauchelnden Wirtschaft nicht so verbandelt sind und sich jetzt aus dem Schatten lösen könnten.

    So gerne wir hier in Europa die USA verfluchen oder kritisieren muss sie aber doch auf so mancher Ebene auch als Vorbild dienen. Ich selbst merke als als Kleinstunternehmer sehr stark. Unser System begünstigt Global Player und große Firmen. Am amerikanischen Markt hätte ich wahrscheinlich kein so großes Problem zu bestehen. Hier kann ich mir aber nicht einmal wirklich die Anmeldung und laufenden Kosten für ein Unternehmen leisten- dafür sind sämtliche Beiträge einfach zu hoch.

    Bei den Einnahmen die duch das Internetbusiness in amerikanischer Form (ob Bloggen, Affiliate marketing etc.) zu erwarten sind kann man sich ein unternehmerisches Leben hier kaum leisten.

    Trotz allem sehe ich die Krise als Chance, dass doch immer mehr Menschen den Wert von kleinen Dienstleistern zu schätzen lernen.

    Liebe Grüße,
    Philipp

  4. Ulrike2008on 26 Nov 2008 at 22:32

    Auch ich sehe in der derzeitigen Situation eine riesengroße Chance- aber wir müssen sie auch nutzen!!!

    Sicherlich ist die gegenwärtige Panikmache komplett falsch, dennoch ist diese Krise und deren Auswirkungen keinesfalls zu unterschätzen.

    Das komplette Finanzsystem ist dringend sanierungsbedürftig, was jedoch zur Zeit betrieben wird, ist meiner Ansicht nach nichts anderes als ein Herumdoktern an den Symptomen. Dadurch werden wir allenfalls Zeit gewinnen, um dann zu einem späteren Zeitpunkt vor dem gleichen (oder einem viel schwerwiegenderen) Problem zu stehen.

    Eine gewisse Zeit lang funktioniert es oftmals göttliche, universelle, pysikalische oder natürliche Gesetzmäßigkeiten zu missachten, aber irgendwann regulieren sich die Systeme selbst. Nichts anderes erleben wir meiner Meinung nach gerade.

    Auch Geld ist Energie- und Energie will fließen!
    Solange wir den Energiekreislauf (z.B. durch Geldhortung) blockieren sind die negativen Auswirkungen wie die derzeitige Rezession unvermeidbar.

    Ich will auch die Verantwortung dafür gar nicht auf Politiker oder Banken abwälzen, wir haben uns alle gemeinsam in diese Situation gebracht- und können uns auch nur gemeinsam in eine andere Richtung entwickeln.

    Da ist JEDER EINZELNE gefragt seinen Beitrag zu einer positiven Veränderung beizutragen.

    Liebe Grüße
    Ulrike

  5. Chrison 26 Nov 2009 at 10:28

    Hallo zusammen,

    ein Jahr nach der Krise lese ich diesen Artikel.
    Tja besser spät als nie :-)

    Krise, wie wo was?

    Also ich habe meinen Fernseher jetzt seit einem halben Jahr nicht mehr, lese keine Zeitung und auch keine “Nachrichten” und soll ich euch was sagen, es fehlt mir nichts!

    Die Meinungsmache funktioniert doch nur solange, wie es Leute gibt die dabei mitmachen.

    Die (Finanz) Krise ist überwunden und siehe da, es gibt die Schweinegrippe. Wer verdient?
    Ja genau die Pharmafirmen mit der Angst der Leute.
    Bevor ich mich jetzt weiter darüber auslasse (Impfung, das Geschäft mit der Angst) wünsche ich Euch lieber eine zuversichtliche Sichtweise und einen gesunden Menschenverstand, denn nur so bekommen wir Krisen in den Griff.
    lg
    chris

  6. Berendon 26 Nov 2009 at 15:36

    Diese Krise ist noch längst nicht vorbei, Chris - auch die Finanzkrise nicht.

    Diese Bewusstseins-Krise geht viel tiefer, als ich noch vor einem Jahr geahnt habe. Die Panikmache ist inzwischen auch der Beschwichtigung und Verschleierung gewichen … ein sicheres Anzeichen dafür, dass noch eine Menge gruselige Skelette im Schrank darauf lauern, ans Tageslicht zu kommen.

    Es hilft leider nicht, den Kopf in den Sand zu stecken - obwohl es schwierig ist, sich von den Medien nicht beeinflussen zu lassen. Wir können das Umfeld nicht ignorieren, in dem wir leben - aber wir müssen lernen, uns nicht damit zu identifizieren und es nicht anzunehmen.

Trackback URI | Comments RSS

Leave a Reply