Nov 18 2008
Hallo? Hallooho?
Letzte Woche habe ich hier die deutsche Übersetzung eines sehr guten amerikanischen Artikels angeboten : ‘Einheit’.
Über die vergangenen sieben Tage waren durchschnittlich 141 Besucher pro Tag in diesem Blog, aber nur relativ wenige haben auf den Artikel geklickt, um ihn zu lesen und nur ein (!) Kommentar wurde dazu geschrieben.
Mache ich hier irgendwas falsch?
Die Übersetzung ist gut, das weiss ich. Aber anscheinend habe ich bei dir nicht genug Interesse geweckt, um einen Kommentar zu schreiben - während der Original-Artikel ‘Oneness’ in Steve Pavlina’s Forum hier intensiv diskutiert wird.
Habe ich dich mit der Überschrift verschreckt?
Willst du nichts über Parasiten und Schnorrer lesen?
Hast du Angst, dich irgendwo wiederzuerkennen, wenn du mehr über die drei grundsätzlichen Einstellungen liest, mit denen du dein Leben führen kannst?
Denke ich nicht mehr deutsch genug um zu beurteilen, mit welchen Themen du dich beschäftigst, wenn es um persönliches Wachstum geht?
Sollte ich für dich lieber mehr über eigene Erfahrungen schreiben anstatt zu berichten, was sich weltweit in der Szene so tut und für mich interessant ist?
Ich setze mich ja selbst damit auseinander, indem ich darüber schreibe - ganz aufhören will ich also nicht, diesen deutschen Blog zu betreiben.
In den englischen Foren findet das, was ich zu sagen habe ziemlich grossen Anklang und die Besucherzahlen hier wachsen auch - aber als Schreiberling brauche ich regelmässig Feedback, wenn ich eine möglichst grosse Leserschaft erreichen will.
Sag doch mal, was dich hier im KOMPASS stört und was du hier vermisst - ich würde ihn gerne noch besser machen.




Lieber Berend
1.Ganz Persönlich bin ich in vielem mit Steve Pavlina nicht einverstanden. Das sind alles Busnsess-Menschen die iergend wann ein Programm verkaufen wollen, und das brauche ich nicht, Mein Leben ist 100% in Oerdnung. trotzdem komme ich immer wieder auf Deine Seite. Ich lese gerne hier vor allem wenn es Dein geschriebenes ist. Ideen von Dir. Warum brauchst Du Vordenker? Bring uns Deine Ideen und Deine Deutsche Seite bleiben bestehen. Was brauchen wir Amerikaner.
2. Die Texte sind zu Lang keiner liesst in einem Blog so lange Texte, auch mache heute kürzere Texte als früher und ich darf sagen wo zentao drauf steht ist auch zentao drin.
3. Wenn Du für deutsch sprachige Menschen schreibst musst Du anders Denken als wenn du für die Englisch sprachigen schreibst.
4. Amerikaner und Europäersind ein grosser Unterschied im Denken. Der Europäer ist anspruchsvoller.
Ich hoffe das ich Dir helfen kann,
nimm mir die offenen Worte nicht übel, aber Du hast ja gefragt.
Liebe Grüsse zentao
Ich nehme dir überhaupt nichts übel, Zentao - ich bin dir im Gegenteil sehr dankbar : genau so ein Feedback brauche ich, um mich zu orientieren, auch weil ich so lange im Ausland war und eben nicht mehr unbedingt typisch deutsch denke und schreibe.
Ganz prima so!
Hallo Berend,
Du machst gar nichts f a l s c h ! Allenfalls kannst Du es noch besser machen als es ohnehin schon ist.
Und ich finde Deinen Blog wirklich toll. Ich bin erst seit ein paar Wochen dabei und freue mich seitdem über jeden einzelnen Beitrag. - Und das nicht etwa deshalb weil in meiner Mailbox ansonsten gähnende Leere herrscht, oder weil ich unter Langeweile leide. Ich bin an den Themen interessiert, bin neugierig und sehr dankbar dafür, dass Du sie hier vorstellst.
Jeder Deiner Texte gibt mir den Anlass mal wieder genauer hinzuschauen, liefert mir ganz neue Denkimpulse oder hält mir ganz deutlich den Spiegel vor die Nase.
Charles Haanel und Steve Pavlina habe ich z.B. erst durch Dich kennengelernt. Die Themen, die sie behandeln sind für mich nicht neu, aber jeder Autor hat eine andere Herangehensweise, das finde ich sehr spannend.
Zentao spricht die Länge Deiner Beiträge an. Ich denke, darüber kann man geteilter Meinung sein. Klar, heute ist oftmals schnelles Konsumieren angesagt, aber wer sich wirklich mit dem Thema Persönlichkeitsentwicklung beschäftigt, dem wird es nicht erspart bleiben Zeit zu investieren.
Ob Du, lieber Berend, nicht mehr deutsch genug denkst, das vermag ich nicht zu beurteilen. Falls nicht, ist es doch gut so, das kann doch für Deine Leser nur bereichernd sein. Wer noch nicht bemerkt hat, dass die Welt näher zusammenrückt, der hat Entscheidendes verpasst. Betrachte Dich doch einfach als “Global Player” im Bereich der Persönlichkeitsentwicklung.
Ich denke, dass uns der englischsprachige Raum einfach zeitlich voraus ist in Bezug auf die von Dir angesprochenen Themen.
Als ich vor ein paar Jahren Abraham-Hicks kennenlernte, da gab es in Amerika bereits eine riesengroße Community, während ich im deutschsprachigen Raum niemanden gefunden habe, der den Namen jemals gehört hat. Es gab weder übersetzte Bücher, noch deutsche Internetseiten. Inzwischen hat sich das geändert- und das ist sicherlich darauf zurückzuführen, dass es Leute wie Dich gibt, die sich die Mühe machen Texte zu übersetzen, Foren einzurichten, zu bloggen…
Wenn Du bereit bist noch mehr eigene Erfahrungen einzubringen, dann finde ich das sehr gut. Genau das könnte Deine Leser anregen sich hier mehr zu einzubringen.
Auch ich fühle mich natürlich aufgerufen hier mehr zu schreiben. Offen gestanden fällt mir das sehr schwer. Ich lese die brillant formulierten Texte, würde schon oftmals gerne einen Kommentar dazu schreiben…bin aber bedauerlicherweise keine so talentierte Wort-Akrobatin. Da kann ich leider nicht mithalten.
Tja, jetzt habe ich eine Menge geschrieben, allerdings ohne Deiner Aufforderung nachzukommen, das zu schreiben, was mich stört. Eigentlich hätte ich mich auf einen einzigen Satz beschränken können: Mich stört nichts!
Ich hoffe, dass Dich mein Beitrag zumindest ein bisschen ermutigen konnte den Kompass weiterhin zu betreiben.
Viele Grüße
Ulrike
Oh man - du sprichst mir ja sowas wie aus der Seele, Ulrike! Wann bist du in meinen Kopf gekrochen?
Genau so sehe ich das alles auch, deswegen lese und schreibe ich doch. Ich hab nun mal eine einmalige Sicht der Dinge (wie jeder andere!) und will vor allem authentisch sein und bleiben, meine Perspektive aber gleichzeitig anderen näher bringen, damit wir alle davon lernen.
Ich weiss, dass meine ziemlich geschliffene Verbal-Akrobatik manchmal rüberkommt, als wenn ich von oben ZU anderen spreche … und nicht MIT ihnen auf gleicher Ebene.
Das will ich aber gar nicht - und lass du dich bloss nicht vom Schreiben abhalten, weil du denkst, du kannst das nicht so gut wie andere! Das ist kein Wettbewerb hier, sondern ein Dialog.
Ich kann auch vieles nicht, was andere im Schlaf machen ohne nachzudenken - aber ich will lernen, was mich interessiert … wachsen so weit ich kann.
Hallo Berend!
Mit deiner Aufforderung zu mehr Kommentaren hast du ja schon mal wirklich gutes Feedback erhalten. Ulrike kann ich mich dabei mehr anschließen als zentao - das ist aber Ansichtssache.
Ja mehr ich im Internet tätig bin und je mehr ich mit Menschen verschiedenster Herkunft zu tun habe umso mehr wird mir klar, dass es nicht darum geht amerikanisch zu denken oder europäisch zu denken. Wichtig ist für dich und deinen Blog, dass du denkst! Diese ernsthaften und ehrlichen Gedanken, gerade über ein Thema das es doch in sich hat Menschen in ihrem Leben weiter zu helfen, sind es doch allemal wert formuliert zu werden.
In der Herangehensweise an das Internet sehe ich natürlich schon noch eine deutliche Diskrepanz zwischen den Amerikanern und uns Europäern. In Amerika greif ein Konzept wie das deines Blog sicherlich schneller und leichter. Meiner Meinung liegt das vor allem daran das das Mit-mach-Web, und du regst auf deiner Seite ja zum Teilnehmen an einem Dialog an, in den USA viel verbreiteter ist als bei uns. Die Gruppe an Menschen die du mit deinen Themen ansprichst ist wahrscheinlich in Europa eher das passive (nicht das untätige) Konsumieren von qualitativen Inhalten, wie das Lesen guter Bücher gewohnt, nicht aber das aktive Teilnehmen in einer Diskussion mit ‘Fremden’ in der Anonymität der Internet.
Auch bei uns verlagern sich aber bestimmte Bereiche des Lebens immer mehr auf das Internet. Dabei meine ich aber nicht die Problematiken die medial immer wieder aufgegriffen werden - Kinder die zu viele online Games spielen etc. Ich meine dabei vor allem, dass die Menschen den Nutzen den das Internet richtig angewendet bringen kann erst langsam erlernen. Und das geschieht eben auch durch Blogs wie den deinen der den willigen Lesern und Diskussionsteilnehmern jetzt auch auf Deutsch zeigt was man nicht eigenlich alles im Netz finden kann.
Nun zu deiner Themenauswahl. Ich finde deine Themen interessant - du weißt aber auch schon, dass ich selbst regelmäßig Informationsquellen wie eben den Blog von Steve Pavlina aufsuche. Daher stört es mcih auch nicht wenn du hier Texte für die Deutsche Leserschaft übersetzt etc.
Was mir aber auch besonders gefällt und was besonders spannend zu lesen ist, ist dein persönlicher Input. Erzähle aus deinem Leben (da gibt es ja genug Material), ähnlich wie du es in deinem eBook tust, und bringe deine Ideen und die Ideen die du vonverschiednen Resourcen aufgreifen möchtest verknüpft mit deinen eigenen Geschichten und Erfahrungen näher.
Über deinen Seitenaufbau, der vielleicht von vielen als amerikanisch gesehen wird, können wir ja gerne noch mal sprechen. Daran werden sich die Internet-USer aber gewöhnen müssen - zumindest diejenigen die das Internet als einen Platz für qualitativen Austausch sehen. Du bietest mit deinen RSS Feeds, Newsletter, Empfehlungen, Downloads etc. viele Features an. Da ist eventuell noch Potential für Verbesserung - im Sinne von leichterer Handhabung für den User - vorhanden.
Ich hoffe meine Sicht der Dinge hilft dir nun ein Wenig deine individuelle Sicht der Dinge hier weiter darzustellen und bestärkt dich in deinem Tun.
Liebe Grüße,
Philipp
Tippfehler mögen mir verziehen werden!
Danke Philipp - wir reden nachher mal über mein Layout und Design per Skype : ich glaube auch, dass es hier langsam zu voll und vielleicht unübersichtlich wird. Und sowas kannst du ja gut.
Hallo lieber Berend,
ich lese und leite Deine Blogs sehr gerne weiter, leider ist immer die Zeit zu knapp, um zu antworten. Aus meiner Sicht sind Deine Beiträge sehr gut geschrieben, sie enthalten viele Möglichkeiten, wie jeder Einzelne das in sein persönliches Muster einbaut oder nicht, bleibt ja jedem selbst überlassen. Es sind je nach Hintergrund manche Dinge für uns bestimmt, mit anderen können wir(noch) nichts anfangen, da noch keine Verkablung dafür da ist. Jeder hat sein eigenes Gedankenhaus, wir können es erweitern oder da stehen bleiben wo wir gerade sind. Doch diese Welt ist ja sehr schnell in der Entwicklung auf vielen Gebieten, warum sollen wir nicht auch offen sein für neue Gedanken und die damit verbunden Möglichkeiten, wir können uns doch damit nur bereichern. Und Deine Blogs sind für mich immer wieder Anregung für neue oder andere Sichtweisen, die mir helfen,mich und meine Mitmenschen und deren Leben auch neutral zu sehen. Ich hoffe, daß Du so weitermachst - ich finde es insperierend, es ist ein Angebot und ein Geschenk von Dir und dafür bin ich dankbar.
Liebe Grüße
Ritta
Hallo zusammen,
ich finde, dass Philipp hier einen ganz wichtigen Punkt angesprochen hat, nämlich die Anonymität.
Das Bloggen ist in der Tat, zumindest in meinem Umfeld, noch absolutes Neuland.
Auch ich habe noch Schwierigkeiten damit mich auf einer öffentlichen Plattform zu präsentieren, bestimmt wird dies auch vielen anderen Menschen so gehen.
Lieber Berend, ich kann Dich beruhigen: In Deinen Kopf bin ich nicht gekrochen, hab keine Angst!
Aber bist Du nicht derjenige, der uns hier das Gesetz der Anziehung näher bringen möchte?- Es sollte Dich doch wirklich nicht verwundern wie es wirkt. Da kann es leicht passieren, dass man auch mal Menschen “anzieht”, die ähnliche Ansichten vertreten.
Damit wäre ich auch beim Thema:
Wir haben hier viele mögliche Ursachen aufgezählt…aber haben wir da nicht etwas ganz wichtiges vergessen???
Sind wir nicht mal wieder in ein Muster verfallen, dass wir doch eigentlich ablegen wollten? Wir (ich leider auch) haben mal wieder ausschließlich im AUßEN gesucht.
Aber wie, lieber Berend, sieht es denn mit D I R aus?
Die Absichten, die Du verfolgst, hast Du sehr klar für Dich formuliert. - Aber bietest Du auch die notwendige Resonanz dafür?
Wie sieht es mit Deinen Überzeugungen/Glaubenssätzen bezüglich Deiner Person und Deiner (Blog-)Arbeit aus?
Erlaubst Du Dir auch das Gewünschte?
Wie fühlt sich die Vorstellung an, plötzlich unzählige Kommentare, Beiträge, Feedbacks…zu bekommen? - Im ersten Moment bestimmt gut, aber tut sich da nicht vielleicht auch ein bisschen Widerstand auf?
Du hast erst kürzlich in einem Beitrag geschrieben, dass wir SEIN müssen was wir erreichen möchten.
Bist DU- und damit auch Deine Beiträge, Ideen, Ansichten wertvoll und interessant genug um beachtet und anerkannt zu werden?
Ich kann diese Frage mit einem klaren “Ja” beantworten. Kannst Du das auch?
Viele Grüße
Ulrike
Lieber Berend, toll Dein Beitrag und toll Dein Wunsch, wirklich ehrliche Meinunge einzholen. Ich hab Deinen Blog schon sehr lange abonniert und ich lese Deine Beiträge immer gern. Manchmal sind sie- wie Zentao schon sagte, vielleicht ein wenig lang und mir sind sie manchmal zu Steve Pavlina-lastig.
Warum ich nicht mehr soviel kommentiere wie auch schon? Schwer zu sagen, manchmal kann ich Dir einfach “nur” zustimmen, das ist dann keinen Kommentar wert und manchmal fällt mir einfach nichts zum Kommentieren ein, weil alles schon geschrieben wurde. Das ist aber keine (Ab-)Wertung!!!
Zwischendurch immer wieder mal über Deine eigene Erfahrungen zu schreiben, ist sicher einen weiteren Gedanken wert…Ich denke, die Mischung macht’s. Dein Blog ist und bleibt immer eine Inspiration und ein Ort, an dem ich gern verweile.
Liebe Grüsse Andrea
Oha, jetzt kriege ich aber eine Menge Blumen hier - danke euch allen dafür!
Versteht ihr, dass es schwierig ist, in den leeren Raum hinein zu schreiben?? Jetzt ist mir schon wohler.
Auch wenn sie es bestreitet : du bist doch irgendwie hellseherisch begabt, Ulrike2008; du hast da nämlich gerade einen sehr wichtigen Punkt berührt, über den ich auch schon nachgedacht habe :
- Bin ich selbst eigentlich so 100%ig überzeugt vom Wert meiner Blog-Arbeit hier, von der Qualität meiner Beiträge?
- Bin ich selbst bereit, mich voll öffentlich damit zu identifizieren und die daraus resultierenden Verbindlichkeiten anzunehmen?
- Erlaube ich mir selbst / traue ich mir zu, der ‘Global Player für Persönlichkeitsentwicklung’ im deutschsprachigen Raum zu werden?
Das scheint zumindest noch der Bestätigung zu bedürfen, sonst hätte ich wohl auch diesen fast fordernden Beitrag nie geschrieben.
Danke Ulrike - du erkennst das; und von wegen : du kannst nicht schreiben … jedenfalls hast du den Punkt hier sehr gut getroffen!
Fassen wir uns doch bitte alle mal an die eigene Nase jetzt.
Hallo Berend,
es freut mich sehr, wenn ich Dir zumindest ein bisschen helfen konnte.
Die tägliche Auseinandersetzung mit meinen eigenen Widerständen macht es mir ziemlich leicht diese Muster auch bei anderen Menschen zu entdecken…ganz ohne Hellsicht, dazu muss ich die Kristallkugel gar nicht hervorholen!
Ich hoffe, dass die vielen positiven Beiträge, die Du heute bekommen hast, dazu beitragen Deine hinderlichen Überzeugungen zumindest zu entkräften.
Herzliche Grüße von der Ulrike, die scheinbar völlig vergessen hat, dass sie gar nicht schreiben kann.
[…] schaffen wir etwas wirklich wert-volles für Leute, die der Welt etwas anzubieten haben und am 18. November habt ihr gemerkt, dass ich mich ernsthaft frage, ob ich mit diesem Blog meinen Lesern eigentlich […]
Lieber Berend,
falsch, falsch, falsch! Sorry, mir macht es gerade Spaß, starke Worte zu verwenden - du wirst es gleich verstehen, warum.
Danke, danke, danke füs Übersetzen von diesem wunderbaren Artikel! Richtig ist, dass wir diese Gedanken dringend brauchen, gerade hier in Deutschland!
Woran es vielleicht liegen kann, wenn du weniger Resonanz kriegst als erwartet:
1. es gibt hier weniger Leute (VIEL weniger!) als in den Staaten, die sich mit Blogs auskennen und welche lesen, jedenfalls in meiner Generation (Jahrgang ‘52)
2. wir haben hier eine viel größere Hemmschwelle, anzuerkennen, dass andere (fremde!) Leute eine Meinung haben, die uns sehr hilfreich sein könnte (meine Erfahrungen beziehen sich da auf knapp 30 Jahre Tätigkeit als Lehrerin und Ausbilderin für Mediation).
Ich spreche oft mit einer lieben (ausgewanderten) Freundin in Kanada über den unterschiedlichen Umgang hier und dort, vor allem mit Begeisterung! “Ja wo kommen wir denn hin, wenn wir alle begeistert einer Idee folgen, ohne ganz genau zu prüfen, wo das hinführt” höre ich meinen Vater sagen. Dies “genau prüfen” verhindert die Leichtigkeit, die es braucht, um begeistert zu sein. Da leiden wir noch an unsere schlimmen Vergangenheit!
Ich gebe Gefühlskarten (genauer “Gefühlsmonster-Karten”) heraus, die sich übrigens trotz der Wirtschaftsprobleme momentan geradezu hinreißend gut verkaufen, heraus - und da ist eine Karte (du siehst sie auf der Seite www.gefuehlsmonster.de unter Produkte auf dem Gesamtbild in der untersten Reihe, 2. Karte von rechts) zu der Empfindung von absoluter Begeisterung. Diese Karte wird fast nie gewählt!
Also: ich bin absolut begeistert von dem Artikel, bin jetzt alt und reflektiert genug, um mir Begeisterung wieder erlauben zu können. Danke für deine Vorwarnung, das war sehr hilfreich, weil mir deutlich wurde, wie viel ich da noch tun kann!
Noch ein Literatur-Tipp für Menschen, die gerne Thesen wie “Gegenseitige Hilfe ist unser Weg” genauer prüfen: Joachim Bauer zeigt in seinem Buch “Prinzip Menschlichkeit” auf der Basis moderner Hirnforschung, dass wir genetisch zu Kooperation geschaffen sind. Das ist natürlich auch unter Wissenschaftlern umstritten, Deutschland eben:-)
Aber es gibt Wege, die Freude am Leben und an dem Miteinander wieder zu lernen - und dein Blog ist ein wunderbarer Beitrag dazu, herzlichen Dank!!