May 16 2008
Geduld, Geduld …
Ich war mal ein ziemlich ungeduldiger Mensch, aber ich habe daraus gelernt.
Wenn ich so auf mein Leben bisher zurückblicke … es ist ja eigentlich unglaublich, was ich alles schon gemacht habe : Schule, Bundeswehr, Beruf, erste Ehe, ein Haus bei Hamburg gebaut, nach London gezogen, Ehe im Eimer, zurück nach Hamburg, nach Südafrika delegiert, zweite Ehe, diverse Jobs und Firmen in Johannesburg, da wieder ein Haus gebaut, alles aufgegeben, um nach Kapstadt zu gehen, dann zurück nach Europa …
Das ist natürlich nur der rote Faden - dazwischen lagen viele Umwege und Sackgassen, aber auch Erfolgserlebnisse.
Diese Dinge waren unheimlich wichtig und dringend für mich zur jeweiligen Zeit - ich wollte alles, und ich wollte es jetzt gleich. Hartnäckig wie ich bin habe ich mich zweimal fast zu Tode gearbeitet dabei, ich ging regelrecht kaputt - Schritt für Schritt, anfangs unbemerkt.
Viele von euch können bestimmt ein ähnliches Lied singen. Heute kräht kein Hahn danach, welche Kunden ich damals an Land gezogen oder welches Auto ich gefahren habe, und doch war jeder einzelne Schritt unerlässlich für das, was ich heute bin, was mir heute wichtig ist - ich bereue keinen einzigen Tag.
Wahre Geduld ist wohl, zu wissen wohin ich jetzt will … und dass ich auf dem Weg dorthin bin - dann kann ich die Reise bis zur Ankunft genießen, auch ohne die Endstation zu kennen.
Wissen muß ich auch, dass ich selbst an den Zwischenstationen nie lange bleiben kann: jedesmal, wenn ich irgendwo ankomme kriege ich da ja automatisch auch eine neue Perspektive verpasst, kann weiter sehen als vorher und habe Neues im Auge.
Aber rasten kann ich dort für eine Weile - rasten, nicht rosten. Wenn die Reise sowieso nie endet, dann macht weder Eile noch Stillstand irgendeinen Sinn und ich kann geduldig sein, während ich tätig bin.
Das macht mehr Spaß als Ungeduld, und gesünder ist es auch.





Das hast Du gut getroffen,so ist manches Leben, auch Deine Erkenntnisse sind für manchen Identisch und doch sind alles einzelne Geschichten. Wenn ich das lese, kommt mir einiges bekannt vor, nur die Stationen sind natülich andere. Bei mir sind das Zürich England Bahamas. Heute ist das alles Vergangenheit, wie aus einem früheren Leben, der selbe und doch ein anderer, geht Dir das auch so?
Liebe Grüsse zentao
Ja, das geht mir auch so.
Das alles scheint ewig lange her zu sein, Geschichte - obwohl mir einiges noch so deutlich in Erinnerung ist, als wäre es gestern gewesen.
Schon komisch - hat das was mit dem Alter zu tun?
Hallo Berend,
heute ist mein Kommentartag
Ja das habe ich mir gedacht, ich habe mal wieder das gerade erlebt worüber du schreibst
Ich war vorletzte Woche an dem Punkt angekommen, wo mein Körper mir klipp und klar gesagt hat mach so weiter und du bist bald ein Engel
Also habe ich letzten Mittwoch eine meiner Arbeitsstellen aufgegeben um mehr Zeit für mich und schöne Projekte zu haben und siehe da, es wird einfacher.
Ich bin nun viel mehr bei mir und das bringt Kraft!
Danke für diesen Beitrag.
In Liebe
chris