Jun 11 2009
Geben und Nehmen
Zwischen Israel und Jordanien gibt es einen großen See, das Tote Meer. Der See liegt etwa 400 m unter dem Meerespiegel, sein Zufluss ist der Jordan, aber er hat keinen Abfluss.
Für mich hat Wasser immer etwas mit Leben und Bewegung zu tun, aber das Tote Meer ist … tot.
Das Wasser kann da ohne Abfluss nur in der Hitze verdunsten und deswegen ist es inzwischen so reich an Salzen und Mineralien, dass so gut wie kein Leben darin existieren kann.
Lebendes Wasser wie hier in Kärnten sprudelt, plätschert, rauscht die Berge hinunter und fließt in unsere schönen Seen, wo es nur scheinbar eine Weile ruht, eine Vielfalt von Leben hervorbringt und dann weiterfließt.
Unsere Seen und die Weltmeere sind dauernd in Bewegung - sie nehmen nicht nur auf, sondern geben auch viel, sie … leben.
Viele von uns glauben, dass wir uns mehr nehmen müssen, um glücklich und erfüllt zu leben. Folglich geben wir nichts mehr weg aus Angst, dass wir irgendwann nicht mehr genug davon haben; es bewegt sich nichts mehr.
Das Resultat?
- Wenn nichts abfließt kann nichts Neues zufließen;
- Wenn wir nicht mehr geben fangen wir an zu sterben;
- Erst weniger leben; dann gar kein Leben mehr.
Und doch haben wir uns irgendwann einreden lassen, dass wir mehr haben werden, wenn wir nichts weg geben. Auf den ersten Blick macht das Sinn, aber es funktioniert nicht; die Natur macht es uns überall vor : Leben ist Rhythmus; wenn wir nicht ausatmen, dann können wir auch nicht mehr einatmen.
Es klingt verrückt, aber …
- wenn du mehr möchtest - gib etwas weg;
- wenn jemand freundlich zu dir sein soll, sei freundlich zu ihm;
- wenn du mehr Geld brauchst, gib ein bisschen Geld aus;
- wenn du mehr Freude im Leben willst, erfreue deine Mitmenschen.
Die Natur antwortet nur, wenn wir etwas tun … wenn wir uns bewegen. Mach den ersten Schritt statt abzuwarten, was auf dich zu kommt.
Das Tote Meer ist ein Widerspruch in sich und auf Dauer so nicht lebensfähig.




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