May 02 2008

Darfst du das?

Published by Berend at 15:07 under Freiheit, Wünsche, Freude, Deutsch

Fahrrad     Dies ist ja ein langes Wochenende : gestern war nicht nur der 1. Mai, sondern auch Himmelfahrt - viele nehmen sich am heutigen Freitag frei und freuen sich über vier freie Tage in einem Stück.

     Das herrliche Frühlingswetter schreit geradezu danach, sich aus dem Winterstaub zu machen und sich endlich einmal wieder außerhalb der eigenen vier Wände die Sonne auf den Pelz scheinen zu lassen, der Natur beim Spriessen zuzusehen und generell etwas zu unternehmen, was Spaß macht.   

     Am nächsten Sonntag ist dann Muttertag und Pfingsten - für die meisten von uns bedeutet das schon wieder ein bis Montag verlängertes Wochenende : wir dürfen vor dem Sommerurlaub der Routine noch einmal entkommen und unseren eigenen Fahrplan machen.

     Wie schön. Der Mensch freut sich, wie auf die meisten Wochenenden.

     Ich genieße sowas ja auch : ich habe heute morgen z.B. unsere Fahrräder aus dem Keller geholt, abgestaubt, aufgepumpt und eine fröhliche Runde in die Altstadt von Villach und zurück gedreht.

     Aber es macht mich auch etwas traurig - warum können wir nicht jeden Tag ein paar eigene Wünsche verwirklichen?

     Ich bin ja freiberuflich als Übersetzer tätig und kann mir meinen Tag relativ frei einteilen, auch wenn ich meine Abgabefristen und einige Termine habe : was ich tagsüber nicht schaffe, weil ich in der Mittagspause um den Eggerteich geradelt bin, muß ich dann eben abends nachholen.

     Die Pflicht ruft halt, und wir hören sie auch. Die Arbeitszeit der Mitteleuropäer umfasst ja offiziell im Durchschnitt weniger als 40 Stunden pro Woche, aber nur Beamte kommen damit aus. Der Rest von uns macht Überstunden und hat Stress - und die Länge der Staus auf den Autobahnen an Wochenenden und zu Ferienbeginn steigt direkt proportional dazu an.

     Sind es wirklich immer die Vorgesetzten, Kunden oder Umstände, die uns so an die Grenzen unserer Leistungsfähigkeit führen?

     Indirekt vielleicht - Konsum und wirtschaftliches Wachstum haben wir ja seit langem als heilige Kühe akzeptieren gelernt - es gilt als Ketzerei, diese ‘Notwendigkeiten’ auch nur in Frage zu stellen.

     Und das führt uns zum Kern der Sache : letztendlich liegt es wohl an uns selbst, wie weit wir uns mit diesem Way of Life identifizieren. Viel mehr, als wir zugeben wollen, denke ich : wir erschaffen unser Leben, nicht umgekehrt. 

     Die Alternative heißt ‘Ausbrechen’ oder ‘Selbstverwirklichung’ - auch das ist nicht immer komfortabel, aber man muß ja nicht gleich radikal werden dabei : gib dir doch einfach mal selbst die Erlaubnis, an einem Montag mit dem Fahrrad durch die Sonne zu fahren!

     Nein, nicht nur am Ostermontag … auch nicht am Pfingstmontag.

     Das geht nämlich. Und du darfst das, ehrlich!

2 Responses to “Darfst du das?”

  1. Ulrikeon 05 May 2008 at 20:44

    Hallo Berend!

    Da bin ich mal wieder … endlich :-)

    Ich erlaube mir das schon seit längerer Zeit … das zu tun, was mir grad gut tut, obwohl es vielleicht “grad nicht die passende Tageszeit” ist ;-) Man kämpft nur anfangs gegen das schlechte Gewissen an … denn … das tut SOOOO gut und ist deshalb nach kurzer Zeit so positiv verankert, dass man gar nicht mehr anders kann :-)

    Fröhliche Grüße aus Düsseldorf,

    Ulrike

  2. Chrison 11 May 2008 at 19:42

    Hallo Ihr LIEBEN :-)

    positiver Stress, das realisiere ich mir gerade….

    Freie Zeiteinteilung in beruflichen Dingen –> in Arbeit

    Arbeit ist nicht mehr als bloßes ichverdienemirmeinen
    Lebensunterhalt!!!
    Was für ‘ne Einstellung is’ dat denn???

    Wo habe ich die gefunden?

    Wir haben die Fülle, nein die meisten von uns haben die Völlerrei, ein kleines Dorf in Gallien allerdings…..
    FIN???
    ;-)

    Wer neugierig ist schaut mal ab und an bei meiner Webseite vorbei…

    Ich realisier mir gerade Zeit dafür zu haben diese “fertig zu machen”
    Mal schauen wie gut ich das (er)schaffe.

    Liebe Grüße vom herrlich sonnigen Bodensee
    Chris

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