Oct 14 2009
Die Pflicht zur Freude
Den älteren Semestern unter uns hat man beigebracht, mit Freude unsere Pflicht zu tun. Na ja, den jüngeren wohl auch.
Ich weiß nicht, wie es dir geht - ich jedenfalls habe früher trotzdem das Wort ‘Pflicht’ immer mit etwas verbunden, was ich eigentlich nicht tun möchte. Wenn ich etwas nicht mit Freude tun kann, dann muss ich mich dazu überwinden … ich stelle also die Interessen anderer vor meine eigenen.
Als mich daher am Samstag unerwartet ein Kunde anrief, von dem ich länger nicht gehört hatte, war ich zunächst nicht begeistert : eine große Übersetzung müsse bis Montag fertig für den Drucker sein, sonst könne man den Messeauftritt am Ende des Monats abschreiben. Aber ich wollte gerne helfen.
Um es kurz zu machen : es war ein Haufen Arbeit, und anstrengend. Aber kaum hatte ich angefangen merkte ich, wieviel Energie in dem Text steckte; er war interessant, auch eine Herausforderung und plötzlich machte es richtig Spaß.
Plötzlich war es mein Projekt, ich vergaß den Kunden, den Abgabetermin und die Messe - 14 Stunden lang flossen die englischen Formulierungen mir leicht von der Hand. Wäre es anders gewesen hätte ich nur dem Kunden, aber nicht mir selbst einen Dienst erwiesen.
Nichts zu tun zu haben macht keinen Spaß, das ist mir langweilig.
Das Jahr 2008 ist geflogen - aber nicht an mir vorbei. Dies war mein zweites Jahr zurück in Europa und ich habe grosse Fortschritte gemacht - nicht zuletzt auch deshalb, weil ich mich in diesem Blog schriftlich mit Themen auseinandersetzen kann, die mir wichtig sind.
Ansonsten wünsche ich dir aus dem weissen Villach ein frohes und besinnliches Weihnachtsfest, eine Zeit des inneren Friedens :
Jeden Tag ein bisschen Freude zu finden ist so wichtig, wenn sie mal nicht von alleine kommen will.
Was hat dich heute zum
Ich war mal ein ziemlich ungeduldiger Mensch, aber ich habe daraus gelernt.


