Aug 24 2009
Fortschritt und Horizonte
In einem so herrlichen Sommer wie diesem sind die großen Seen hier in Kärnten besonders schön; sie laden zum Verweilen ein und halten mich bisweilen sogar vom Schreiben ab.
Als geborene Wasserratte aus Hamburg haben es mir die schönen Segelboote besonders angetan : wenn sie hier in der Brise durch ihr Element gleiten vermitteln sie einen so friedlichen, stabilen Eindruck … irgendwie scheinen sie gefangen zu sein zwischen all den hübschen Bergen; eigentlich rufen sie nach fernen Horizonten, stürmischer See und exotischen Häfen, glaube ich.
Sich ein Ziel aussuchen, die Segel hissen, während der Reise hin und wieder den Kurs korrigieren und den Wind die eigentliche Arbeit tun lassen - das ist so richtig meine Art zu reisen … und wohl kein schlechter Rat fürs Leben.
Das ist aber gar nicht so einfach, wie es klingt. Wenn mal ein paar Tage Flaute ist kann man seine Ankunftszeit nicht mehr kalkulieren und man fängt vielleicht an zu zweifeln, ob man überhaupt mal irgendwann ankommt … oder fragt sich, ob man nicht sowieso einen ganz anderen Hafen ansteuern sollte.
Was siehst du, wenn du in den Spiegel schaust?
“Du kannst beides, Geld und Freiheit zugleich haben.
Dies ist ja ein langes Wochenende : gestern war nicht nur der 1. Mai, sondern auch Himmelfahrt - viele nehmen sich am heutigen Freitag frei und freuen sich über vier freie Tage in einem Stück.
Hast du Stress?
Also, ich muß mir das jetzt mal von der Seele schreiben : manchmal sehen wir uns im Fernsehen diese Serien über Auswanderer aus Deutschland an, ihr kennt sie bestimmt auch.
Mehr persönliche Freiheit steht wohl bei uns allen ganz oben auf der Wunschliste, bei mir auch. Das heißt doch, daß wir noch nicht genug davon haben; nur Geld genießt einen ähnlichen Stellenwert in unserer westlichen Gesellschaft.


