Archive for May, 2009

May 26 2009

Welchen Weg gehen?

Wenn du deinen Weg klar angelegt vor dir sehen kannst, ein Schritt nach dem anderen - dann weißt du nur eins : es ist nicht dein Weg.

Dein Weg wird erst im Moment des Handelns entworfen; wenn du ihn schon fertig vorgegeben vor dir siehst kannst du sicher sein, dass es der Weg von jemand anders ist. Nur deshalb kannst du ihn so klar sehen.”

Joseph Campbell [1904-1987]

Dein eigener Weg?     Was? Niemand, dem man folgen kann? Ein schauriger Gedanke!

     Und doch ist es genau das, was uns das Leben aufträgt - unseren eigenen Kurs festzulegen.

     Warum zum Teufel sollten wir überhaupt in die Fußstapfen von jemand anders treten wollen und alle das Gleiche machen?

     Jeder von uns ist doch einmalig. Man sagt uns, dass gerade die Einzigartigkeit unser Geschenk an die Welt ist … und doch presst man uns gerne in diverse Schablonen, damit wir leichter dirigiert werden können auf dem Weg, den andere für uns vorgesehen haben.

     Rate mal, wer davon profitiert.

     Es gibt nur zwei Gründe, warum wir da mitmachen : unbekannte Gewässer machen uns Angst und wir sind zu bequem, unseren eigenen Weg zu gehen; da müssten wir ja Mut zeigen, uns eigene Gedanken machen und eigenverantwortlich handeln.

     Das ist anstrengender und dauert länger; Zeit haben wir schon aus Prinzip nicht mehr und wir sind so gerne Gewohnheitstiere : davon kann ich selbst ein besonders lautes Lied singen und in letzter Zeit war ich ein paar Mal richtig ärgerlich darüber.

     Traust du dir zu, deinen eigenen Weg zu gehen?

     Nur Mut, Gleichheit ist die Überholspur zur Mittelmäßigkeit … und die können wir uns nicht mehr lange leisten. Wenn Schablonen zerbrochen werden entstehen neue Welten.

     Mach mal was Altes kaputt.

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May 18 2009

Perspektive

Published by Berend under Perspektive, Deutsch

Die Kathedrale von Amiens     Der Baumeister Robert de Luzarches stellte im Jahre 1220 Arbeiter für den Bau der Kathedrale von Amiens in Frankreich ein.

     Dafür rationalisierte er auch die Steinmetzerei, in der erstmals serienmäßig Quadersteine in Formen vorfabriziert wurden, damit nicht mehr jeder Stein vor Ort eingepaßt werden mußte.

     Er sah sich die Arbeitssuchenden nach Statur und Fähigkeiten an, aber stellte auch Fragen :

     “Warum willst du hier arbeiten?”

     Die meisten Arbeiter erzählten ihm, dass sie eine große Familie zu ernähren hätten, gute Maurer seien, viele Steine am Tag schleppen könnten oder das richtige Wekzeug für Tischlerarbeiten besäßen.

     Eines Tages stand ein kleiner Mann ohne Werkzeugtasche in der Schlange und sagte mit leuchtenden Augen :

     “Ich habe noch nie auf einem Bau gearbeitet, aber ich möchte Ihnen helfen, diese Kathedrale zu bauen.”

     Er wurde sofort eingestellt.

     Mit welcher Perspektive gehst du heute an die Arbeit?

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May 08 2009

Mach mal Pause …

Published by Berend under LOA Praxis, Gefühle, Freude, Deutsch

Arbeit     Nichts zu tun zu haben macht keinen Spaß, das ist mir langweilig.

     Ich habe eigentlich immer was vor, Leerlauf ist mir irgendwie verdächtig und ich arbeite auch gerne.

     Aber zu viel auf dem Programm zu haben ist auch nicht gesund; ich fühle mich dann jedenfalls gedrängelt und das kann ich gar nicht vertragen.

     Für die meisten von uns ist Arbeitsmoral zum Glück ja noch eine ganz wichtige Sache und wir möchten bis zum Ende des Tages erledigt haben, was wir uns vornehmen. Als 120%ige Deutsche übertreiben wir das gerne; den Schweizern geht es nicht besser, nur hier in Österreich sieht man es etwas gelassener.

     Plagt dich manchmal auch ein Schuldgefühl, wenn du trotz des Berges vor der Nase mal eine Pause zwischendurch machst? Oder abends das Büro verlässt und noch nicht alles geschafft hast? Oft gebe ich mir nicht die Erlaubnis einfach aufzuhören.

     Das alles heißt wohl, dass ich irgendwo tief versteckt glaube, dass ich eine Pause noch nicht verdient, für ein schönes Wochenende noch nicht genug geleistet habe. Ganz schöner Blödsinn.

     Denn ich freue mich auf Pausen und Wochenenden. Wir glauben ja, dass in der Zukunft alles besser ist. Leider ist sie immer gerade ausser Reichweite, die Zukunft - baumelt vor der Nase des Esels wie eine Möhre und lockt ihn vorwärts.

     Aber Nicht-Esel können nur hier und heute leben.

     Da heute Freitag ist überdenke ich nur mal meine Einstellung zu Freizeit, Urlaub und Pausen … zu Ruhe, Erholung, Freude und Spaß : wir gehen ja nicht in eine Zukunft, wir erschaffen sie. Jeder seine eigene.

      Was kann ich am besten jetzt gleich tun, das Früchte in der Zukunft trägt, wenn ich da ankomme?

     Ich mach mal eben Pause.

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