Archive for March, 2008

Mar 30 2008

Zweiter Frühling

Ossiacher See     Jetzt wird es wohl wirklich Frühling.

     Wir waren heute in Kärntens schönem Naturgasthof Schloßwirt in Ossiach zum Lunch, direkt am Ossiacher See. Die Sonne schien und es war herrlich warm.

     Eigentlich ist dies ja schon der zweite Frühling des Jahres - der erste fand im Februar statt und dann hatten wir Weiße Ostern.

     Aber auch in anderer Hinsicht ist dies ein zweiter Frühling für uns : nach über 20 Jahren in Südafrika ist es jetzt etwas über ein Jahr her, daß wir nach Österreich gezogen sind.

     Wir haben uns damit einen Wunsch verwirklicht, der vor ca. zwei Jahren so richtig stark wurde und den wir dann konsequent umgesetzt haben … im Rückblick sehen wir, daß wir es gerade noch rechtzeitig geschafft haben : schade, daß Südafrika jetzt immer schneller den Bach runter geht. Afrika schluckt seine abtrünnigen Kinder und besteht darauf, ihnen seine eigene kontinentale Identität wieder aufzubrennen.

     Seit fünf Jahren bin ich jetzt beruflich selbständig; ich mußte mir hier in Österreich natürlich neue Kunden suchen und habe mir dabei einen noch viel älteren Wunsch verwirklichen können : wohnen wo immer ich will, von zu Hause mit Freude arbeiten, gutes Geld verdienen, über das Internet ein weltweites Betätigungsfeld haben.

     In diesem Frühling ist mir auch dabei der Durchbruch gelungen : ich mache mir einen sehr guten Namen als Übersetzer und arbeite zur Zeit an drei Projekten in den USA, Deutschland und Österreich mit. Trotz Vorgaben und Zeitrahmen mache ich meinen eigenen Fahrplan und bin frei in meinen Entscheidungen.

     Ich fühle mich sehr wohl hier … in Österreich und in meiner Haut.

     Es ist Frühling. Zweiter Frühling für mich.

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Mar 26 2008

Steve Pavlina : ‘Creative Self-Expression’

Arbeit & Geld     Gestern hat Steve Pavlina seinen 20sten Podcast veröffentlicht : ‘Creative Self-Expression‘ - wieder mal so richtig gut!

     Es dreht sich natürlich darum, nach welchem Muster man ein rundum glückliches Leben führen kann - ich habe zu dem Thema neulich schon einmal etwas in “Hilf Dir Selbst Und Du Hilfst Anderen, Ganz Von Selbst” geschrieben, aber Steve’s Podcast ist viel umfassender.

     Er sagt, daß die meisten Leute sich ihre Arbeit danach aussuchen, wie gut sie bezahlt wird und wie gut man qualifiziert ist, sie auszuüben. Sein Podcast erklärt, daß dieser Ansatz das Pferd vom Schwanz aufzäumt, man paradoxerweise dann längst nicht so viel verdient, wie man eigentlich könnte und sich sogar ein unglückliches Leben praktisch garantiert.

     Wenn du gesprochenes (amerikanisches) Englisch verstehen kannst, hör’ dir das mal an (ca. 30 min, lohnt sich wirklich) - auf dieser Seite findest du alle Steve Pavlina Podcasts, der neueste ist #20 unten : du kannst sie alle ganz einfach direkt im Browser abspielen.

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Mar 21 2008

Hast du Angst, anders zu sein?

“Jeder stolpert ab und zu über die Wahrheit, aber die meisten stehen wieder auf und eilen weiter, als ob überhaupt nichts passiert wäre.”

[Sir Winston Churchill] (1874 - 1965)

Fröhliche Ostern!     Ich weiß, daß ich anders bin - ich sehe Zusammenhänge, wo andere an Zufälle glauben und bin oft blind für Dinge, die anderen ins Gesicht springen.

     Manchmal macht mir das Angst.

     Funktioniere ich nicht richtig?

     Was ist richtig denn überhaupt?

     Dabei wissen wir alle, daß die Natur sich nie wiederholt, daß wir alle einmalig sind - aber in unserer menschlichen Entwicklung sind wir zunächst eben willige und gehorsame Mitglieder einer Gruppe, während wir später selbst die Kontrolle in unserem Leben übernehmen wollen.

     Das ist ein notwendiger, aber schwieriger Übergang.

     Wenn wir an dieser Schwelle stehen haben wir Angst, wir selbst zu sein … einmalig, anders. Wir haben Angst, auch als Individuum viel Macht und sogar Erfolg zu haben. Diese Dinge haben wir ja nicht gelernt - man sagt uns, daß Übereinstimmung richtig und notwendig ist, Eigenwilligkeit falsch.

     Solange wir irgend können machen wir also Kompromisse. Wir versuchen, beides zu leben - das abhängige Stammesleben und das unabhängige persönliche Leben, so widersprüchlich und gegensätzlich sie auch sein mögen.

     Wir wollen die Zustimmung der Anderen. Wir möchten akzeptiert werden, beliebt sein. Wir wünschen uns diese und andere Annehmlichkeiten, um unsere Angst zu überwinden und uns sicherer zu fühlen. Dabei verlieren wir aber manchmal unsere Abenteuerlust und Entdeckerfreude, die uns das Infragestellen, das Streben und die Suche geben. 

     Trotzdem verliere ich darüber meinen Enthusiasmus nicht. Ich glaube ehrlich, daß ich nicht leben könnte, ohne mich für etwas zu begeistern.

     Vielleicht sollte ich auch hier im Blog mal meine Angst überwinden und über Dinge schreiben, bei denen einige das Gesicht verziehen und nicht nur zustimmend nicken - was meinst du?

     Bis dahin wünsche ich dir aber erstmal Fröhliche Ostern!

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Mar 15 2008

Steve Pavlina : Beobachtung ist Kreativ 2

Beobachtung ist kreativ     Auf vielfachen Wunsch hier jetzt also der ergänzende Teil 2 zu meinem letzten Beitrag über Steve Pavlina’s englischen Artikel ‘Creative Observation’.

     Es geht darum, daß viele Menschen Schwierigkeiten mit der Manifestierung ihrer Absichten haben und das Gesetz der Anziehung für sie scheinbar gar nicht oder noch nicht funktioniert. 

     Im ersten Teil haben wir festgestellt, woran das laut Steve Pavlina liegt : nämlich daran, daß wir fast immer nicht nur das aussenden, was wir uns wünschen, sondern gleichzeitig und unbeabsichtigt auch das, was wir nicht möchten - das letztere sogar meist viel mehr als das erste.

     Das liegt daran, daß wir zwangsläufig dauernd mit unserer realen Situation konfrontiert werden und sie daher bemerken und beobachten - und diese Beobachtung ist kreativ, sagt Steve … d.h. wir beabsichtigen unbewußt, daß unser momentan beobachteter Zustand sich fortsetzt, egal ob er positiv oder negativ ist : wir manifestieren ja das, an was wir am meisten denken. 

     Wie kommt man aus diesem Teufelskreis heraus, wenn der momentan beobachtete Zustand nicht gewünscht wird?

     Wie kann man seine reale unerwünschte Situation vergessen oder ignorieren - die man ja schon manifestiert hat und nicht wieder rückgängig machen kann - um nur noch an sein positives Potential zu denken … das, was man möchte?

     Das kann man eben nicht - die manifeste Realität leugnen und einfach flüchten klappt nicht.

     Aber man kann seine Realität zunächst akzeptieren und dann anders betrachten als bisher!

     Und das ist der Knackpunkt, sagt Steve!

     Wir betrachten ja alles mit einer gewissen Voreingenommenheit. Der Blickwinkel, den wir wählen, ist in unseren Überzeugungen verwurzelt, aber vereinfacht kann man sagen, daß wir alles entweder negativ, neutral oder positiv betrachten.

     Wenn wir uns also unsere unerwünschte Realität ansehen, dann tun wir das immer mit der Erwartung, daß sie sich entweder noch weiter verschlechtert, stabil bleibt oder verbessert. Meistens ist uns das nicht bewußt, aber dieser Einfluß ist doch immer vorhanden.

     Welche dieser drei Varianten macht am meisten Sinn, wenn wir etwas positiv verändern wollen? Die positive Betrachtungsweise natürlich. Immer wenn wir eine positive Absicht manifestieren wollen müssen wir unsere momentan negative beurteilte Situation so positiv wie irgend möglich betrachten.

     Wenn wir sie negativ oder neutral beurteilen verschwenden wir unsere Zeit, sagt er - dann wird sie schlimmer oder bleibt stecken, wo sie ist. Eine positive Einstellung zu unserer jetzigen Situation ist absolut unerläßlich!

     Glücklicherweise gibt es tatsächlich auch immer etwas Positives an jeder negativen Situation - egal wie übergewichtig, pleite, einsam oder gelangweilt man ist, es gibt immer noch Hoffnung. Es gibt immer die Möglichkeit, eine Situation oder gar eine Krise umzukehren … selbst wenn pures Glück oder ein blöder Zufall der einzige Hoffnungsstrahl ist, den man noch hat.

     Und diese Hoffnung ist das Mindeste, was man als positive Erwartungshaltung einnehmen kann. Meistens entdeckt man jedoch noch viele andere positive Seiten an seiner Realität, wo man ansetzen und Verbesserung erzielen kann.

     Steve hat das getestet, sagt er - und festgestellt, daß es wirklich funktioniert. Immer wenn ihm etwas an seiner Realität nicht gefällt akzeptiert er zunächst, daß es so ist und sucht dann nach allen Anzeichen, die irgendeine Besserung versprechen … auch wenn sie noch so winzig sind … und konzentriert sich darauf.  

     Er versucht regelrecht, der Realität mental eine positive Drehung zu geben und sucht andauernd nach selbst kleinsten Anzeichen, daß seine ungewünschte Situation sich irgendwie positiv entwickelt und verbessert.

     Beobachtung und die Art deiner Beobachtung ist kreativ - sie entwirft, gestaltet und erschafft deine Realität. 

     Diesen Beitrag kann man auch in diesem Forum diskutieren.

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Mar 11 2008

Steve Pavlina : Beobachtung ist Kreativ

Beobachtung     Wenn ich so durch die einschlägigen Foren gehe, die sich mit ‘The Secret’ oder generell mit dem Gesetz der Anziehung beschäftigen, dann sehe ich immer wieder Fragen wie :

  • Warum klappt es nicht?

  • Warum dauert es so lange, bis ich haben kann, was ich mir wünsche?

  • Warum passiert gar nichts mit meinen Wünschen oder etwas ganz anderes, trotz meiner intensiven Bemühungen?

     Steve Pavlina gibt darauf ein paar ganz klare Antworten in seinem Artikel ‘Creative Observation’. Hier ein Zitat daraus, das ich ins Deutsche übersetzt habe :

“Wie kommt es, daß ich immer noch arm bin, wenn ich doch Reichtum beabsichtige? Wie kommt es, daß ich immer noch alleine bin, wenn ich doch eine neue Beziehung anstrebe?  Wie kommt es, daß ich immer noch in meinem alten Beruf feststecke, wenn ich doch eine neue Karriere will?

Das sind ausgezeichnete Fragen. Die Antwort ist, daß die Manifestierung von Absichten immer funktioniert. Wenn es so aussieht, als wenn sie nicht funktioniert, hat das folgenden Grund : während du ganz richtig die Absicht für das aussendest was du dir wünscht, sendest du auch die Absicht aus, weiterhin das zu manifestieren, was du nicht möchtest.

Und wahrscheinlich tust du das letztere viel mehr als das erste; wenn deine Situation sich also überhaupt ändert, dann nur sehr langsam. Aber wenn du nicht aufgibst wird es trotzdem klappen. Die meisten geben jedoch ihre positiven Absichten wieder auf, lange bevor sie eine Chance haben sich zu manifestieren - und kehren zu ihrem Grundzustand zurück : an das zu denken, was sie nicht möchten - also wird jeder Fortschritt wieder ausradiert.”

     Wie kommt man aus diesem Teufelskreis heraus? Steve Pavlina hat eine Antwort darauf : Beobachtung ist kreativ!

     Geh mal auf seinen englischen Artikel - hochinteressant, wenn dich diese Frage beschäftigt. Und wenn sich mindestens 10 Leute mit einem entsprechenden Kommentar hierzu melden, dann fasse ich hier auch den Rest von Steve Pavlina’s Artikels nächstes Mal auf Deutsch für sie zusammen.

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Mar 07 2008

Glück oder Pech?

“Urteile nicht, dann wirst du dich nie irren.”
Jean Jacques Rousseau (1712 - 1778)

     Neulich las ich folgende alte Zen-Geschichte :

Holz im Schnee     Ein Bauer hatte ein Pferd, aber eines Tages lief es fort und der Bauer und sein Sohn mußten ihre Felder selbst pflügen. Die Nachbarn sagten : “Was für ein Pech, daß euer Pferd weggelaufen ist!” Aber der Bauer antwortete : “Pech … Glück … wer weiß?”

     Eine Woche später kam das Pferd zum Bauernhof zurück und brachte eine ganze Herde wilder Pferde mit. “So viel Glück!” riefen die Nachbarn, aber der Bauer sagte : “Glück … Pech … wer weiß?”

     Kurz danach versuchte der Sohn des Bauern, eines der wilden Pferde zu reiten - aber er wurde abgeworfen und brach sich ein Bein. “Oh, so ein Pech!” Die Nachbarn hatten Mitleid, aber der Bauer sagte wieder : “Pech … Glück … wer weiß?”

     Ein wenig später zog der Landesherrscher alle jungen Männer in sein Heer ein, um in die Schlacht zu ziehen. Aber den Sohn des Bauern ließen sie wegen seines gebrochenen Beins zu Hause : “Was für ein Glück, daß dein Sohn nicht in die Schlacht ziehen muß!” freuten sich die Nachbarn. Aber der Bauer bemerkte nur : “Glück … Pech … wer weiß?”

     Alles im Leben hat seine zwei Seiten, das sollten wir nie vergessen.

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Mar 04 2008

Ängstliche Abenteurer?

Ängstliche Abenteurer?     Also, ich muß mir das jetzt mal von der Seele schreiben : manchmal sehen wir uns im Fernsehen diese Serien über Auswanderer aus Deutschland an, ihr kennt sie bestimmt auch.

     Meine Frau und ich, wir können da ja mitreden - schließlich haben wir 22 Jahre in Südafrika gelebt und sind erst seit etwa einem Jahr wieder zurück in Europa. 

     Für uns ist das also ganz interessant, aber was mich manchmal wundert ist, daß die Sender überhaupt solche Serien produzieren … sogar über Rückwanderer gibt es jetzt eine : das Thema “Deutschland oder lieber nicht” beschäftigt jedenfalls heimische Konsumenten.

     Auswanderer hat es ja immer gegeben, besonders in Krisenzeiten - aber geht es den Deutschen im 21sten Jahrhundert nicht besser als je zuvor?

     Auswanderer suchen doch mehr Freiheit und ein besseres Leben woanders, weil sie glauben, ihr Paradies nicht vor Ort finden zu können … vielleicht geht es vielen Deutschen also doch nicht so gut und sie haben nicht so viel Freiheit, wie sie sich wünschen.

     Dabei bietet kaum ein anderes Land soviel politische Freiheit und soziale Absicherung wie Deutschland - und es gehört viel Mut dazu, all das für ein Abenteuer aufzugeben … und gute Gründe : verallgemeinert sind die sicherheitsbewußten Deutschen doch eher ängstliche Abenteurer, oder?

     Wie paßt das alles zusammen? Continue Reading »

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