“Jeder Narr kann auf das Licht zurennen. Nur ein Weiser wird den Mut aufbringen sich umzudrehen, der Dunkelheit zuzuwenden und sein eigenes Licht dort strahlen zu lassen.”
(Leslie Fieger)
Es ist ja Faschingszeit, also darf man auch mal über Narren reden. Als Norddeutscher habe ich zwar weder mit Narren noch mit Fasching viel im Sinn, aber Villach ist nun mal die Hochburg dafür in Österreich … und tatsächlich : man findet immer wieder etwas zum Lachen, wenn man sich das närrische Treiben hier so anschaut.
Aber mal im Ernst : die Faschingszeit ist ja eigentlich einer dieser vielen Bräuche in Europa, die historisch tief verankert sind und durchaus auch einen praktischen Zweck erfüllen.
Der Fasching gibt uns zum Beispiel die Erlaubnis, für einige Zeit mal so richtig ‘närrisch’ die Sau rauszulassen, auch öffentlich. Besonders den Deutschen fällt es ja eher schwer, den Bier-Ernst des Lebens mal zu vergessen, auch wenn sie das Bier kaum jemals loslassen.
Und das, obwohl wir als Menschen ja eigentlich immer versuchen, alles Negative möglichst zu vermeiden. Ganz automatisch.
Nur kann man das Negative nicht dadurch ausschalten, indem man sich nur auf das Positive konzentriert. Beide Seiten dieser Münze müssen letztendlich immer im Gleichgewicht bleiben : nimmt eine Seite zu, muß auch die andere irgenwie wachsen.
Wenn du immer nur positiv sein willst, wird auch das Negative in dir bald sein häßliches Gesicht zeigen. Wenn wir z.B. ehrlich sein wollen bestätigen wir damit, auch unehrlich sein zu können.
Wahre Stärke und Weisheit entstehen, wenn wir Positives und Negatives integrieren … beide geichberechtigt anerkennen, zulassen und uns mit beiden gleichwertig befassen.
Oder eben ab und zu mal Gegenpole setzen, wie beim Fasching. Aus der Spannung zwischen Gegensätzen entwickeln wir Kenntnis und Erfahrung.
Klingt einfach, nur ist das mit dem Zulassen in schweren Zeiten nicht so leicht, genausowenig wie das Loslassen des innig geliebten Bräus beim Fasching.
Finde ich. Aber ich bin ja auch Norddeutscher.
In diesem Sinne : ‘Lei Lei’ ! Das sagt man hier, wo andere ‘Alaaf’ oder ‘Helau’ sagen.