“Die meisten Menschen brauchen mehr Liebe,
als sie verdienen.”
[Marie von Ebner-Eschenbach] (1830 - 1916)
Man möchte ihr hier gerne zustimmen, eben weil es so furchtbar viel Lieblosigkeit auf der Welt gibt - aber trotzdem liegt Marie von Ebner-Eschenbach ganz schief in diesem Zitat.
Sie geht nämlich von einer falschen Voraussetzung aus, die allerdings sehr weit verbreitet ist : daß man sich verdienen muß, was man sich wünscht. Auch ich kann mich nicht ganz davon freimachen … aber ich versuche es, wo immer ich kann.
- “Wenn ich hart arbeite verdiene ich, wohlhabend und erfolgreich zu sein.”
- “Ich bin ein feiner Kerl und daher steht mir die Freundschaft meiner Mitmenschen zu.”
- “Das hast du dir verdient” ist als Lob und Anerkennung gemeint.
Aber wer (X) entscheidet eigentlich, ob ich ein feiner Kerl bin oder wieviel ich leisten muß (Y), bis mir etwas Bestimmtes zusteht (Z)? Meine Freunde, oder mein Boss? Meine Eltern? Der Bundespräsident vielleicht … ein Institut für Meinungsforschung … die Werbeindustrie - siehst du, wie lächerlich der ganze Gedanke ist?
Es gibt keine mathematische Formel Z=XY².
Wenn überhaupt jemand eine Entscheidung über dich fällen muß, dann du selbst - letztendlich ganz alleine.
Aber wir haben fast alle der Gesellschaft eine Vollmacht gegeben und unterwerfen uns oft ihrem Urteil, indem wir auf ihre Zustimmung hoffen oder auf ihre Ablehnung reagieren. Niemand ist kompetenter als wir selbst, wenn es um unser Leben geht … und es geht jeden Tag buchstäblich um unser Leben!
Niemand muß sich verdienen, was er sich wünscht !
Jedem steht alles zu, was er sich wünscht allein aufgrund der Tatsache, daß er Mensch ist. Es gibt keine Instanz, die darüber entscheidet, ob wir gute oder böse, produktive oder unnütze Menschen sind - aber wenn wir das glauben, dann handeln wir danach und geben diese Entscheidung bereitwillig aus der Hand.
Viel zu häufig erlauben wir anderen, unseren Wert nach ihren Maßstäben zu beurteilen.
Dieser Mangel an Selbstvertrauen ist wohl das größte Hindernis dafür, daß sich das Gesetz der Anziehung bei uns voll entfalten kann : sobald wir unseren einzigartigen Wert als Mensch erkennen brauchen wir uns nichts mehr zu verdienen - dann dienen wir mühelos mit dem, was wir sind … und haben alles, was wir wollen.
Geht es dir auch so, daß du dich von den Erwartungen anderer häufig bedrängt fühlst? Verstehst du, was ich meine?
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